3. Kölner Zukunftsforum: Buchhändler besinnt Euch Eurer Werte / Was der Handel tun kann

Welche Trends sind in Handel und Gesellschaft gerade in schwierigen Zeiten mögliche Lösungsansätze, um für sich und sein Unternehmen den geeigneten Weg durch die Krise zu

Moderator Andreas Kaapke (li) und Veranstalter
Ulrich Eggert im Gespräch

finden? Das ist die Grundidee hinter der Veranstaltungsreihe des Kölner Zukunftsforums steht, dessen drittes Treffen gestern stattfand.

Die Veranstalter, Ulrich Eggert Consulting und der Verlag für die Deutsche Wirtschaft hatten das diesjährige Motto dann auch mutig „Vertrauen in die Zukunft!“ genannt.

David Bosshart: Provozierte mit dem
Titel: “Jetzt oder nie – Krise tut gut“

„Du musst dein Leben ändern“
Den Sloterdijk-Titel hatte sich David Bosshart unter anderem als Aufhänger seines provokanten Vortrags „Jetzt oder nie – Krise tut gut“ gewählt. Denn nie waren die Zwänge aber auch die Chancen auf zum Teil radikale Veränderungen größer, als in der gegenwärtigen Situation, so die These vom CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts. 70 bis 80 Prozent der Wirtschaft seien Psychologie, beruhigte er seine Zuhörer und ermutigte sie, alte Zöpfe abzuschneiden und neue Dinge zu wagen. Hier liege das große Potenzial, um durch Mut zur Innovation gestärkt aus der Krise herauszukommen.

Das Unternehmen als Marke
Der Handel solle mehr Wert auf seine Wiedererkennbarkeit legen und sich selbst als Marke definieren, war eine Empfehlung von Claudius A. Schmitz, Professor für Handel und Marketing an der University of Applied Sciences in Gelsenkirchen. Über interessante Herangehensweisen hat er sich mit seinen Studenten dem Thema „Retail Brand, der Handel wird zur Marke“ gewidmet. Gemeinsam haben sie ein Flirt-Barometer entwickelt, durch das der sogenannte „Marken 4-Klang“ (Bekanntheit – Sympathie – Vertrauen – Frequenz/Wiederkehr) erkennbar gemacht werden soll.

Buchhändler zur Wertebesinnung – „Yes we can“
Buchhändler forderte Peter Wippermann vom Trendbüro in Hamburg auf, sich wieder stärker zu engagieren und nicht in Ohnmacht zu verharren. Supermarktstrukturen und Filialeinerlei hätten zu einem Imageverlust des traditionsreichen und in der Vergangenheit anerkannten Berufes geführt. Hier sollte jeder wieder positiv an die Zeiten alter Wertschätzung anknüpfen wollen. Dazu ergänzte Bosshart: „Hoffnung kann man trainieren“. Im Unternehmen und bei jedem einzelnen müsse positives Denken verankert werden, dann stünden die Chancen für einen Wechsel gut. Die Obama-Worte „Yes we can“, stünden für diese Einstellung.

Riss die Zuhörer mit: Prof. Claudius
A. Schmitz begeisterte mit seinem Vortrag zum
Thema Retail Brand

Themenvielfalt
Die in ihrer Tiefe unerwartete Rezession und der Wandel der gesellschaftlichen Strukturen sowie Ansprüche verlangen nach neuen innovativen Strategie-Ansätzen in Handel und Vertrieb war dann auch die einhellige Meinung auch der anderen Referenten. Hier konnten die zahlreichen Zuhörer aufgrund der Themenvielfalt rund um das Hauptmotto viele Ansätze direkt mit den Referenten diskutieren und anschließend mitnehmen. Auch der Austausch untereinander kam nicht zu kurz, so dass der eine oder andere schon über Kooperationsideen nachdenken konnte.

Insgesamt wurden etliche Beispiele aus dem Handel aufgezeigt, an denen man sehen konnte, wie es andere schaffen, sich und ihr Unternehmen einzigartig und besonders im Markt zu präsentieren. Auch Beiträge aus Forschung und Lehre trugen dazu bei, neue Ansätze zu erkennen.

Die Themen des eng gepackten Tages lassen sich unter den folgenden Aspekten zusammenfassen:
• Lebensqualität und Nachhaltigkeit rücken stärker in den Vordergrund,
• lang vermisste Selbstreinigungskräfte werden frei gesetzt
• Individualität führt aus der Beliebigkeit der Konzepte
• der Konsument wird zum Prosument (eine Zwischenform aus Produzent und Konsument, bei der der Verbraucher immer stärker das Produkt selber mit entwickelt)
• Innovationen sind notwendig und neue Formate müssen entwickelt werden, der Handel selbst wird zur Marke,
• Slowretail – die Entschleunigung des Handels durch Beachtung neuer Zielgruppen, die verstärkt auf Nachhaltigkeit Wert legen
• neue Preismechanismen überdenken, bei denen beispielsweise auch der Kunde den Preis selber gestalten kann
• der Unternehmer und die Führungskraft stehen mit Ihren Leistungen und Wirkungen verstärkt selbst im Vordergrund

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