Appell des Sortimenter-Ausschusses an Libri auf dem Branchenparlament: Libri hat Weg der Partnerschaft mit dem Sortiment verlassen

Das hat es noch nie gegeben auf einem Branchenparlament: einen offenen Appell. Soeben hat in Frankfurt der Sortimenter-Ausschuss einen solchen an Libri verabschiedet. Hier der Wortlaut:

Das Unternehmen Libri hat mit Gründung seiner Tochterfirma ebook.de den Weg der Partnerschaft mit dem Sortiment verlassen. Vielmehr bringt es sich dabei als noch stärkere Konkurrenz den Buchhandlungen gegenüber in Stellung. So sind die ersten Aktivitäten von ebook.de sehr aggressiv gegen Libris eigene Kunden, die Buchhandlungen, gerichtet.

Libri macht dabei offenkundig, dass es die Veränderungen, die die neuen Herausforderungen für den Buchhandel mit sich bringen, nicht mehr gemeinsam mit seinen langjährigen Handelspartnern bewältigen möchte, sondern den Markt der Zukunft nur noch auf eigene Rechnung bestreiten will.

Der Buchhandel braucht auf dem Weg in die Zukunft starke Partner an seiner Seite. Libri hätte mit seinem technischen Know How dabei eine wichtige Rolle einnehmen können. Der Weg, den Libri beschreitet, ist hingegen geeignet, das Fundament einer gedeihlichen Zusammenarbeit zu zerstören.

In Namen der Buchhändler fordert daher der Sortimenter-Ausschuss Libri auf,

o den Preiskampf bei Readern mit dem Buchhandel einzustellen und Reader auf ebook.de nicht länger günstiger anzubieten, als der Buchhandel sie für seine Kunden über Libri anbieten kann.

o es zu unterlassen, über sein Tochterunternehmen ebook.de die Kundendaten des Sortiments weiter zu Werbezwecken zu verwenden.

o es dem Sortiment zu ermöglichen, auf allen über Libri vertriebenen E-Readern den Shop der vertreibenden Buchhandlung vorzuinstallieren.

o die Gutscheinpraxis, die sogar eine Barauszahlung möglich macht, einzustellen.

Sortimenter-Ausschuss, Frankfurt am Main, 08. November 2012

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