Auf zum XIX. Salón del Manga de Barcelona!

Vielleicht hat noch jemand das Bedürfnis, nach den turbulenten Wochen vor, während und nach der Frankfurter Buchmesse und vor dem Wirbel des Weihnachtsgeschäfts ein wenig auszuspannen? Da bietet sich eine schöne Dienstreise nach Barcelona an …Noch kann man hier den milden Frühherbst und dessen generös scheinende Sonne genießen.

Dazu bietet sich die hervorragende Möglichkeit, zwischen dem 31. Oktober und zum 3. November den XIX. Salón del Manga de Barcelona besuchen.

Neben dem Salón del Cómic Barcelona, der alljährlich im April oder Mai stattfindet und in diesem Jahr mittlerweile seine 31. Edition mit großem Erfolg zelebrieren konnte, ist der Salón del Manga sicherlich als die bunteste und bestbesuchte Buchmesse in Spanien zu werten.

Im vergangenen Jahr registrierte der Salón del Manga in vier Tagen 112.000 Besucher und hat damit den Salon Manga Paris um Längen überholt. Dieses Jahr wird man sicher einen neuen Rekord aufstellen können, denn die Ausstellungsfläche wird im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um gute 100 Prozent auf 35.000 qm verdoppelt. Bei seiner ersten Ausgabe vor 19 Jahren traf man sich noch auf 300 qm im Foyer und auf den Bahnsteigen der Estaciò de França.

Es haben sich gute 140 Aussteller angemeldet, dazu kommen zwölf japanische Restaurants Barcelonas, die während der vier Messetage den kulinarischen Bezug zum Mutterland des Manga herstellen. Überhaupt geben sich die Veranstalter des Salón del Manga immer sehr große Mühe und zeigen bemerkenswerten Einfallsreichtum, um das Messeereignis mit Ausstellungen, Wettbewerben, Workshops und allerlei Spektakel mit Leben und Phantasie auszustaffieren.

So schließt der durchaus wohlfeile Tageseintrittspreis von sieben Euro (für alle vier Tage sind es 20 Euro) auch den Besuch des Kinos ein, das in einer alten Stierkampfarena liegt, die zu einem Einkaufs– und Freizeitzentrum spektakulär umgebaut wurde. Die Filme wechseln täglich. Das Kinoprogramm, wie aber auch sämtliche Aktivitäten während der Messe und alle technischen Hinweise sind in aller Ausführlichkeit auf der Homepage des Salons nachzulesen: http://manga-xix.ficomic.com.

Der Besuch dieser Messe, wie der des Salón del Comic, weckt immer wieder Hoffnungen auf einen positiven Wandel des spanischen Buchhandels, wenn sie mit ihrem konzentrierten Sortiment auch nur einen Ausschnitt des Leseverhalten widergeben können. Aber auch das ungebremste Engagement der Veranstalter dieser Expositionen, das durch die in jedem Jahr wachsenden Besucherzahlen belohnt wird, zeigt, wie viel auch in Spanien möglich ist, um Leser zu begeistern.

Ein solches Engagement vermisst man weiterhin bei den Organisatoren des Liber, der spanischen Buchmesse, die – obwohl sie in diesem Jahr nach guten 30 Jahren das erste Mal in Teilen auch für das breite Publikum geöffnet wurde – sich gelangweilt und langweilend von Ausgabe zu Ausgabe schleicht. Wie wohl tut es da, sich vor dem Hintergrund der nach wie vor beängstigend sinkenden Verkaufs– und Umsatzzahlen des spanischen Buchhandels durch die bunt geschminkten und farbenprächtig kostümierten Messebesucher zu schieben.

Vielleicht sehen wir uns? Ich allerdings vollkommen unmaskiert.

Guenter G. Rodewald

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