Auslöser des VEB-Führungsstreits: Protest gegen Kündigung Gunther Roßmüllers

Nach einer Meldung der evangelischen Nachrichtenagentur idea ist die vom alten Vorstand der Vereinigung evangelischer Buchhändler und Verlage beschlossene Kündigung des 59-jährigen Geschäftsführers Gunther Roßmüller der Grund für den Eklat auf der Berliner VEB-Hauptversammlung gewesen: Die Mehrheit der Mitglieder lehnte diese Personalentscheidung ab. Der am 27. Juni neu gewählte Vorstand, bestehend aus dem Vorsitzenden Karlheinz Kern, Verlagsleiter der St. Johannis-Druckerei (Lahr/Schwarzwald), und den Beisitzern Volker Hampel (Neukirchen-Vluyn), Wolfgang Neumann (Frankfurt/Main) und Bernd Plenter (Leer), soll nun einen Neuanfang der über 100 Jahre alten Organisation ermöglichen.
Vor der Versammlung hatte der alte Vorstand unter Vorsitz von Otfrid Seippel (Gütersloh) etwa zwei Dritteln aller Mitglieder per E-Mail fälschlich mitgeteilt, dass Roßmüllers „befristeter Vertrag“ ausgelaufen sei; die übrigen erfuhren nichts. Zwei ehemalige Vorstandsmitglieder der VEB, Barbara Wedekind (Ettenheim) und Siegfried Krumrey (Stuttgart), protestierten und informierten alle Mitglieder in einem Brief, dass Roßmüllers Vertrag unbefristet sei. Als sich später herausstellte, dass die Kündigung Roßmüllers juristisch unwirksam war, informierte der Vorstand darüber wiederum nur etwa zwei Drittel der rund 450 Verbandsmitglieder.
In der mehrstündigen Debatte warf Christian Machalet (Meerbusch) dem alten Vorstand vor, „unseriös“ und „desorientierend“ vorgegangen zu sein. Hans-Martin Dahlmann (Rheinberg) erklärte, daß „die Chefallüren des Vorstands in einem auf christlicher Basis arbeitenden Verband fehl am Platze sind“. Dagegen kritisierte Claudius Fehlandt (Norderstedt) das „illoyale und unprofessionelle Verhalten“ der Mitglieder Wedekind und Krumrey, die „interne Details über Roßmüllers Arbeitsverhältnis“ an die Öffentlichkeit gebracht hätten. Über die Gründe von Roßmüllers Kündigung wurde während der Hauptversammlung nichts bekannt. Mit ihrem Rücktritt kamen die bisherigen Vorstandsmitglieder mehreren Anträgen zuvor, die sie zur Aufgabe ihrer Ämter aufforderten. In der anschließenden Debatte um die Jahresberichte für 2002 lehnten 128 von 251 Stimmberechtigten (51 Prozent ) eine Entlastung des Vorstandes ab.

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