Bibliothekare gegen neue Rechtschreibung

Jetzt haben auch die Bibliothekare die Nase voll vom Rechtschreib-Hick-Hack: Hundert deutsche Bibliothekare haben anläßlich der aktuellen Diskussion die folgende Resolution unterschrieben:

Rechtschreibung soll dem Leser dienen! Als Bibliothekare sehen wir mit großer Sorge den Verlust einer einheitlichen Orthographie durch die Rechtschreibreform. Die seit Jahren andauernde Reform der Reform und eine zunehmende Gleichgültigkeit erzeugen zudem viele weitere Schreibvarianten, die niemand mehr überblicken kann.

Nicht nur das Lesen und Lernen, sondern auch die Suchmöglichkeiten in Katalogen, Datenbanken und Textsystemen werden durch die uneinheitliche Schreibung erschwert: »Brennessel« findet man nicht, wenn man »Brennnessel« eingibt und umgekehrt. Die neuen Getrenntschreibungen sind besonders tückisch: z. B. waren immer »nichtlinear« oder »alleinerziehend« prägnante Suchwörter, doch diese Wörter gibt es nun gar nicht mehr. Man muß also mehr wissen als vorher statt weniger, und ältere und neuere Texte kann man nicht mit einem Zugriff finden.
Sorgen macht uns auch das Aussondern von Büchern – besonders in Kinder- und Jugendbüchereien – allein wegen ihrer »veralteten« Schreibung!

Als bester Weg der Schadensbegrenzung erscheint uns die Rückkehr zur bewährten Rechtschreibung, mit einer zehnjährigen Übergangsfrist, in der reformierte Schreibungen Schülern nicht als Fehler angerechnet werden.

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