Borromäushaus wird 90 Jahre alt

Wenn der Borromäusverein, Mediendienstleister für öffentliche Büchereien und Bildungseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft, am 8. Mai 2003 den 90. Jahrestag der Einweihung seines Hauses am Bonner Wittelsbacherring begeht, dann verweist dieses Jubiläum zurück auf eine turbulente Zeit um das Jahr 1910.

Vor allem zwei Entwicklungen bestimmten seinerzeit die Neubaupläne, die letztlich für einen Umzug aus dem Stammhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts in der Bonner Innenstadt in den Außenbezirk stimmten. Rein äußerlich waren es die notwendigen Renovierungen und die vorherrschende Raumenge im Buchlager, die durch leichte Veränderungen am alten Objekt nicht zu beheben waren. Die zunehmende Zahl von angeschlossenen Büchereien brachte es mit sich, dass der Lagerbedarf immer größer wurde. Die treibende Kraft für den Umzug war in erster Linie der zunehmende Bedarf an Fortbildungsangeboten für Büchereimitarbeiter.

Für einen ersten Bibliothekarstag vom 2. bis 4. Oktober 1911 hatte man maximal 50 Teilnehmer erwartet und über 150 reisten an. Und während die ersten Kurse in Räumen von Volksbildungseinrichtungen wie z.B. dem Bonner Bürgersaal oder in der Universität stattfanden, wollten die Verantwortlichen diese prägenden Kurse doch in eigenen Räumlichkeiten stattfinden lassen. An der Entscheidungsfindung waren neben den Verantwortlichen im Borromäusverein vor allem auch die katholischen Verleger beteiligt, die sich bei der Auswahl eines neuen Gelände für das bahnhofsnahe Terrain beim Wittelsbacherring aussprachen. Nach der Grundsteinlegung am 17. Juli 1912 kam es am 8. Mai 1913 zur feierlichen Einweihung des neuen Hauses durch den aus dem Bistum Münster stammenden neuen Kölner Erzbischof, Felix von Hartmann. In der im Benzinger Verlag erscheinenden Zeitschrift „Alte und neue Welt“ (Heft 20, Jg. 1912/1913) heißt es in einem ausführlichen Aufsatz des im Mai 1912 neu bestellten Generalsekretärs Johannes Braun: Es „ist für alles vorgesorgt, um die Arbeit des Vereins zielbewusst und tatkräftig vorwärts zu führen.“

Inzwischen schon seit fast 160 Jahren betreibt der Borromäusverein als zentraler Anbieter mit seinen Partnern im Kern kontinuierlich vier Aufgabenbereiche:
– die Empfehlungen wichtiger Neuerscheinungen in eigenen Rezensionszeitschriften,
– die Aus- und Weiterbildung der meist ehrenamtlich tätiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in rund 3.500 öffentlichen Büchereien in katholischer Trägerschaft,
– die Belieferung der Büchereien mit Medien und bibliothekstechnischen Materialien und
– den durch Vermittlung der Büchereien den Verkauf ausgewählter Medien an Endverbraucher.
Diese im Kern unveränderten Aufgabenfelder werden im immer neuen, modernen Varianten fortentwickelt. Das dabei durch Themenausstellungen für Erstleser oder junge Leser immer wieder gerade Aspekte der Leseförderung im Mittelpunkt stehen, gehörte seit den Gründungstagen zu den Selbstverständlichkeiten. Immer geht es dem Verein neben der Präsentation und dem Verkauf von ausgewählten Medien um die Frage, wie gerade die nachwachsenden Generationen mit einfachen Mitteln an das Lesen und das Buch herangeführt werden können. In diesem Jahr wurde deshalb zu den genannten Themenausstellungen ein Aktionsmaterial „Ausmalen und Rätseln“ entwickelt. Es beinhaltet zwanzig Seiten mit Ausmalvorlagen neu erschienener Bilderbücher bzw. Kreuzworträtsel aus Erstlesebüchern.
Mit dem Endkundenprospekt Buchspiegel (Auflage 150.000 Exemplare) werden über die Büchereien die dortigen Leserinnen und Leser mit einer Medienauswahl angesprochen.

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