Britischer Kampusch-Trittbrettfahrer-Verlag bekommt es mit österreichischem Anwalt des Entführungsopfers zu tun

Ein britischer Verlag will Ende November ein unautorisiertes Buch über den Fall des Entführungsopfers Natascha Kampusch veröffentlichen. Die Wiener Rechtsvertreter der 18-Jährigen wollen dagegen vorgehen: „Wir werden alle rechtlichen Schritte ergreifen“, kündigte Kampuschs Anwalt Gerald Ganzger nach Angaben des Österreichischen Rundfunks ORF vom Samstag an. Man habe dem Verlag bereits vor zwei Wochen ein Mahnschreiben geschickt. In Österreich und Deutschland soll das Buch nach Informationen des deutschen Mediendienstes „Pressetext“ vorläufig nicht in den Handel kommen. Die Kampusch-Anwälte hatten schon vor Wochen erklärt, sie würden unautorisierte Werke über ihre Mandantin bekämpfen [mehr…].

Ausschnitte aus dem 304 Seiten umfassenden Buch mit dem Titel „Girl in the Cellar – The Natascha Kampusch Story“ wurden bereits am vergangenen Donnerstag von der Londoner Tageszeitung „The Times“ veröffentlicht. Dabei ging es jedoch weniger um die junge Frau, die vor drei Monaten nach achteinhalb Jahren ihrem Entführer entkommen war. Vielmehr befasste sich der Text mit bereits bekannten Details über eine – von der Polizei inzwischen bestrittene – Verbindung zwischen Kampuschs Mutter und dem Entführer Wolfgang Priklopil.

Dazu Kampusch-Anwalt Ganzger: „Soweit ich aus dem Vorabdruck herauslesen konnte, scheint mir das Buch ein Sammelsurium von Zeitungsartikeln und Pressemeldungen zu sein. Das ist aber nur mein erster Eindruck.“ Ein Buch, das sich nur mit dem Kriminalfall beschäftige, sei generell nicht zu verbieten. Allerdings seien bereits die ersten offiziellen Ankündigungen des Verlags „zu 100 Prozent bedenklich“, sagte Ganzger, denn unautorisierte Berichte über Kampuschs „Beziehung“ zu ihrem Entführer seien, genau wie die Bedingungen der Gefangenschaft, eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts seiner Mandantin.

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