Buchmarkt Afrika: Macmillan muss 11.3 Millionen £ Strafe zahlen

Wegen Schmiergeldzahlungen in Ost-und Westafrika ihrer Lehrbuch-Division muss Macmillan Publishers £ 11,3 Mio. Strafe zahlen. Ein Macmillan-Vertreter hatte versucht, die Entscheidung zur Lieferung von Schulbüchern in den Südsudan mit Schmiergeldern zu beeinflussen.

Die Weltbank, die die Ausschreibung vorgenommen hatte, hat den Verlag mit einem Bann von sechs Jahren belegt.

Unser Kolumnist Holger Ehling wird dazu für den Tagesanzeiger in Zürich einen Beitrag schreiben. Denn „die Causa wirft ein Schlaglicht auf den Buchmarkt im Nachbarkontinent, der (außerhalb Südafrikas) zu rund 90 Prozent vom Schulbuchgeschäft geprägt ist. Dieses Geschäft befindet sich bis heute zum größten Teil in den Händen von Verlagen aus Europa: Macmillan (Holtzbrinck/D) und Longman (Pearson/GB) sind dabei die wichtigsten Akteure im anglophonen Afrika, in den frankophonen Ländern ist es der französische Staat, der über seine Entwicklungsagentur den Markt dominiert. Durch diese Struktur wird die nachhaltige Entwicklung eines Verlagswesens in den meisten Ländern massiv behindert – nur durch die Beteiligung einheimischer Unternehmen an dem einzig lukrativen Markt könnte die wirtschaftliche Basis für diese Entwicklung gelegt werden. Dies hat Folgen auch für die Literatur: Fast alle ambitionierten Autoren in Afrika müssen zum Selbstverlegen greifen, die Zeiten, als mit Achebe, Soyinka, Ngugi, Kourouma und anderen eine vitale und potente afrikanische Literaturszene über den Kontinent hinaus wirkte, sind längst vorbei.“

Warum sich der England-Spezialist Ehling holger@ehlingmedia.com auch dort so auskennt? Er hat sich seit den 80ern als Reporter in Afrika rumgetrieben und 15 Jahre lang eine wissenschaftliche Zeitschrift für afrikanische Literatur gemacht und die Buchmessen in Ghana und Zimbabwe beraten und die in Kapstadt aufgebaut; dazu hat er ein afrikanisches Autorenlexikon herausgegeben und ein westafrikanisches Kochbuch geschrieben.

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