Deutsche Buchhandlung in Prag vernichtet / Auch Vitalis Verlag damit gefährdet/ Hoffnung auf Solidaritätsbestellungen

Nach Angaben des Verlags Vitalis, der in Prag die „Deutsche Buchhandlung“ betreibt und in Tschechien auch deutschsprachige Bücher herausbringt, ist die Buchhandlung ein Opfer der Wassermassen geworden. Noch in der Nacht zum Mittwoch hatte das Personal versucht, mit Sandsäcken Dämme zu errichten, doch vergeblich. Die zu Jahresbeginn komplett renovierte Buchhandlung steht bis zur Decke unter Wasser, der gesamte Warenbestand ist vernichtet.
Für den seit 10 Jahren tätigen Vitalis Verlag wiegt den Angaben zufolge allerdings noch schwerer, dass der größte Teil seiner Lagerbestände in dem an die Buchhandlung anschließenden Verlagslager vom Wasser zerstört worden sei. Auch die ebenfalls auf der Prager Kleinseite liegenden Verlagsbüros wurden den Informationen zufolge schwer in Mitleidenschaft gezogen. Vor dem Kafka-Plakat an der Eingangstür zögen „Schwäne und Enten vorbei“. Der Vitalis Verlag hat sich nach eigenen Angaben in den vergangenen 10 Jahren zum wichtigsten deutsch-tschechischen Verlag entwickelt und Bücher in bis zu 10 Sprachen publiziert.
Zu den Autoren bei Vitalis gehören die Kafka-Forscher Hartmut Binder und Jürgen Born, ferner Hugo Rokyta und Heinrich Pleticha. Ob es nach dem Zurückgehen des Moldauwassers für den Verlag ein Weiterleben geben werde, sei noch nicht abzuschätzen, heißt es in der Mitteilung. Der Verleger hoffe auf Solidaritätsbestellungen durch den deutschen Buchhandel, denn die in der deutschen Auslieferung LKG in Espenhain lagernden Bücher könnten der Ausgangspunkt für einen Neubeginn sein.

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