Die Deutsche Bibliothek und Buchhandel verlinken ihre Online-Kataloge

Die Deutsche Bibliothek und die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH haben gestern die Verlinkung des Onlinekataloges Der Deutschen Bibliothek und buchhandel.de bekannt gegeben.

Der Onlinekatalog ist dabei um eine Schnittstelle zur Lieferbarkeitsabfrage und Bestellübermittelung an www.buchhandel.de erweitert worden.

Benutzern des Onlinekataloges Der Deutschen Bibliothek bietet der neue Link die Möglichkeit, die Lieferbarkeit von Titeln abzufragen und direkt eine Bestellung beim Buchhandel auszulösen. Die Partner sehen die Lösung als eine Erweiterung des Angebotes an Bibliotheksbenutzer. Über das Endkundenportal und Shopsystem buchhandel.de der MVB GmbH wird die Verbindung zwischen Bibliothek und Buchhandel hergestellt. Die Teilnahme an diesem neutralen System steht allen Unternehmen der Buchbranche offen.

Die Verbindung der Systeme sei eine Win-Win-Lösung für alle Beteiligten, unterstreichen Dr. Elisabeth Niggemann, Generaldirektorin Der Deutschen Bibliothek, und Dr. Michael Schön, Geschäftsführer der MVB. „Die neuen zu dem Katalog Der Deutschen Bibliothek integrierten Bestellmöglichkeiten stärken den stationären Buchhandel und eröffnen Verlagen einen zusätzlichen Absatzweg“, betont Schön.

Elisabeth Niggemann fügt hinzu: „Die Einbindung des Buchhandels in die Kataloganzeige Der Deutschen Bibliothek erweitert für unsere Benutzer die Suchmöglichkeiten in unseren Beständen. Sie können jetzt unmittelbar im Zusammenhang mit der Literatursuche Informationen über die Lieferbarkeit der benötigten Texte und ergänzende Informationen aus dem Verzeichnis lieferbarer Bücher erhalten.“

Mit der Kooperation erfährt der Onlinekatalog Der Deutschen Bibliothek schon seine zweite Erweiterung innerhalb weniger Wochen. Erst kürzlich war die Kooperation mit der freien Enzyklopädie Wikipedia bekannt gegeben worden.

Für Benutzer des Onlinekataloges wirken sich weitere, im Hintergrund arbeitende Verbesserungen spürbar auf das Suchergebnis aus. Die Deutsche Bibliothek setzt erstmals durchgängig ein Verfahren zur maschinellen Bearbeitung von Stichwörtern aus Dokumenten ein. Diese so genannte automatische Indexierung basiert auf einer wörterbuchgestützten Auswertung von Informationen aus Titeldaten und Schlagwörtern. Der Namen des Projektes MILOS beschreibt die Funktion: Maschinelle Indexierung zur erweiterten Literaturerschließung in Onlinesystemen. Grundlage ist die im deutsprachigen Bibliothekswesen verwendete und ständig aktualisierte Schlagwortnormdatei, die neben den eigentlichen Schlagwörtern auch eine große Zahl von Verweisungen und Begriffsrelationen enthält. Durch den Einsatz des Verfahrens auf den Titeldatenbestand Der Deutschen Bibliothek erhöht sich die Trefferquote bei Katalogabfragen deutlich.

Weitere neue Funktionen und ein verbessertes Layout des Kataloges erhöhen den Benutzungskomfort zusätzlich. Mit Hilfe einer formularbasierten Maske können in der erweiterten Suche sehr einfach komplexe Suchabfragen realisiert werden.

Der durchsuchbare Datenbestand wurde über die bereits für die Benutzung verfügbaren Bestände hinaus erweitert. Werke, die zwar bereits in der Bibliothek eingetroffen sind, aber sich noch in der Bearbeitung befinden und sogar angekündigte Titel werden jetzt bei Suchanfragen berücksichtigt. Sobald die Bücher in Der Deutschen Bibliothek eingetroffen sind, werden die vorläufigen Daten durch aktuelle, am Buch erhobene Informationen ersetzt.

Der Katalog Der Deutschen Bibliothek verzeichnet mit zurzeit mehr als 9 Millionen Titeldatensätzen alle Bestände der drei Standorte – Leipzig mit der Deutschen Bücherei (gegründet 1912), Frankfurt am Main mit der Deutschen Bibliothek (gegründet 1947) und Berlin mit dem Deutschen Musikarchiv (seit 1970 Teil der Deutschen Bibliothek). Die Deutsche Bibliothek hat das Pflichtexemplarrecht für die Bundesrepublik Deutschland. Der Gesamtbestand ist inzwischen auf über 22 Millionen Einheiten angewachsen. Als zentrale Archivbibliothek und nationalbibliografisches Zentrum der Bundesrepublik ist sie Produzentin eines vielfältigen Dienstleistungsangebotes. Neben Datendiensten für Dritte und einem stark frequentierten Lesesaalangebot und vielem mehr bietet Die Deutsche Bibliothek ihren Katalog über das Internet an.

Die MVB GmbH ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Seit 1971 publiziert sie das „Verzeichnis Lieferbarer Bücher“ (VLB), in dem derzeit rund eine Million Titel verzeichnet sind, die über den Buchhandel bezogen werden können. Gegenwärtig existiert das VLB als werktäglich aktualisierter Online-Katalog www.mvb-vlb.de und auf CD-ROM.

1997 wurde zusätzlich das Endkundenportal buchhandel.de (www.buchhandel.de) entwickelt. Es bietet Shopsysteme für buchhändlerische Unternehmen an, in die jeweils der gesamte VLB-Datenbestand eingebunden ist. Buchhandlungen soll durch die Verknüpfung mit dem Portal und der Datenbank ein einfacher und kostengünstiger Einstieg in den Internet-Buchhandel ermöglicht werden. Verlagen wird mit der Darstellung aller ihrer Titel im Web eine zentrale Marketingplattform angeboten. Gegenwärtig wird buchhandel.de von der Medien Service Untermain GmbH in Aschaffenburg als Lizenznehmerin der MVB GmbH betrieben.

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