Drei Fragen an Günter Berg: Warum der Wechsel zu HoCa?

Die Überraschung ist perfekt. Günter Berg (Foto) wechselt zu HoCa. Er war heiß umworben, hat mit vielen in der Branche Möglichkeiten ausgelotet, viele Gespräche geführt. Manchmal haben wir seinen Spuren folgen können, sind dann aber auch davon überrascht worden, dass er zu HoCa wechselt, wie wir zunächst nur als Gerücht melden konnten [mehr…]. Aber inzwischen ist das auch den Führungskräften der Verlagsgruppe Ganske mitgeteilt worden [mehr…]. Ganske-Buchvorstand Frank H. Häger (er wird heute übrigens 50) hat sich und der Gruppe mit Berg ein schönes Geburtstagsgeschenk gemacht.
Warum Berg den Verlockungen Hägers und Ganskes erlegen ist und diese Option allen anderen vorgezogen hat, haben wir den Ex-Suhrkamp Verleger gefragt – vor allem:

Wohin soll sich HoCa unter Ihrer Führung entwickeln?

Das ist keine Frage, auf die sie von mir nun, noch bevor ich in Hamburg am Schreibtisch sitze, eine Antwort im Detail erwarten können. Nur soviel über die Möglichkeiten und Aussichten: Ich bin überzeugt, dass ein unternehmergeführtes Verlagshaus die besten Chancen hat, zu bestehen und sich gut zu entwickeln (insbesondere für die Autoren). Gründe sind: Kurze Wege, schlanke Organisationsstrukturen – die Nähe aller wesentlichen Kollegen zum Kern der Arbeit, zum Programm.

Im speziellen Fall von HoCa: Thomas Ganske sieht hier den Kern seiner verlegerischen Arbeit, entsprechend ausgeprägt ist sein Wunsch, dass HoCa sich gut entwickelt, entsprechend groß ist seine Bereitschaft als Eigentümer, sich für diesen Verlag einzusetzen. Das gefällt mir gut und hat mit den Ausschlag für meine Entscheidung gegeben, nach Hamburg zu gehen..

Die Sie sich, wie man hört, nicht leicht gemacht haben. Wie wird sich Ihre Arbeit als Programmchef bei HoCa von der bei Suhrkamp unterscheiden?

Ich hatte das große Glück, über viele Jahre mit hervorragende Autoren arbeiten zu dürfen: junge, noch im Werden begriffene Schriftsteller wie Andreas Maier oder Daniel Kehlmann, auch Carlos Ruiz Zafon zählen dazu, genauso wie die längst „angekommenen“ Martin Walser, Alexander Kluge oder Hans Magnus Enzensberger. HoCa hat viele gute Autoren. Es ist jetzt zuerst einmal wichtig, deren Vertrauen zu gewinnen. Und es wird in den nächsten Jahren darauf ankommen, weitere Autoren von den Möglichkeiten dieses liberalen Hauses zu überzeugen. Das sollte gelingen.

Was wünschen sie sich für die Arbeit in Ihrem neuen Verlag?

Oh, das ist die schwerste Frage… Natürlich gute Autorinnen und Autoren, die sind nun mal das wichtigste. Genaue, selbstbewusste, erfolgreiche und ein bisschen geheimnisvolle Autoren. Und ich wünsche mir Kollegen, aber auch Buchhändler und Journalisten, die willens sind, den Enthusiasmus und den Optimismus des Verlags für seine neuen Bücher alle halbe Jahre neu zu teilen.

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