Ecovis erwartet Zinssteigerungen: Jetzt investieren?

Keine Kreditklemme für mittelständische Unternehmen, aber „deutlich höhere Kreditzinsen“ erwartet Dr. Ferdinand Rüchardt, Vorstandsmitglied des Beratungsunternehmens Ecovis, als Folge der Finanzkrise.

„Vor allem aber müssen sich die Unternehmer nach unseren Beobachtungen auf eine strengere Bonitätsprüfung einstellen,“ lautet seine Analyse. Immer wichtiger wird daher die professionelle Vorbereitung und Begleitung von Kreditgesprächen.

Neben dem Thema Finanzkrise, das letztlich alle Bürger betrifft, beschäftigt viele Unternehmerfamilien vor allem die Frage, wie die immer noch nicht verabschiedete Erbschaftsteuerreform letztlich ausfallen wird. „Es ist unzumutbar, dass die Unternehmen immer noch im Unklaren gelassen werden und dann in wenigen Wochen bis zum Jahresende weit reichende Entscheidungen treffen müssen“, kritisiert Rüchardts Vorstandskollege Wolfgang Grieger.

„Immerhin gehen die bisher erzielten Kompromisse zur Verschonungsregelung für Betriebsvermögen in die richtige Richtung.“ Gespannt sind die Ecovis-Experten, wie das für Dezember erwartete Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Pendlerpauschale ausfallen wird. Ein von Ecovis durchgeführter internationaler Vergleich zeigt ganz unterschiedliche Regelungen, wobei die Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nur in fünf der untersuchten 26 Länder voll absetzbar sind.

Ein viel schlimmeres Problem für die meisten deutschen Steuerzahler ist jedoch, so Prof. Dr. Peter Lüdemann, Vorstand von Ecovis, „die kalte Progression, bei der sich der Fiskus unter der Hand an der Inflation bereichert“.

Denn Deutschland gehört zu den Staaten, die in ihrem Steuertarifsystem nicht berücksichtigen, dass Einkommenssteigerungen teilweise oder sogar ganz wieder durch höhere Preise aufgefressen werden. Verschärft wird das Problem zudem durch die progressiv ansteigenden Steuersätze. Dies hat dazu geführt, dass der Spitzensteuersatz von derzeit 42 Prozent (wenn man von der „Reichensteuer“ absieht) schon bei einem Einkommen von 52 152 Euro oder dem 1,3-fachen des Durchschnittseinkommens zu zahlen ist.

Vor 50 Jahren war der Spitzensteuersatz zwar höher, setzte aber erst beim 21-fachen des Durchschnittseinkommens ein. „Wenn die Entwicklung so weiter geht, kann man sich ausrechnen, wann wir praktisch eine Flat Tax für jedermann von 42 Prozent haben“, bringt Lüdemann das Problem auf den Punkt.

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