Elbe-Team kann wieder liefern – und schwimmt wieder oben / Expansion soll Dank neuem Kredit weiter gehen

Durch die Implementierung einer neuen Datenbank im März d. J. war der gesamte Online-Handel des Elbe-Team zusammen zusammengebrochen. Wo vorher bis zu

Anita Tygielska

3.000 Bücher pro Tag bestellt wurden, hatten die Kunden nur noch eine Mitteilung erhalten, dass die bestellte Ware nicht mehr verfügbar wäre.

Anita Tygielska, geschäftsführende Gesellschafterin, erklärt: „Ursache war die Übertragung von mehr als 5 Mio. Datensätzen vom alten System in die neue „Oracle“-Datenbank, gleich ob gebrauchtes Buch, Neubücher oder Kundendaten. Es kam zum völligen Zusammenbruch des Online-Handels. Teils dauerte die Bereinigung der Daten bis zum Monat August.“

Peter Wölki, Projektleiter Expansion Buchhandel bei Elbe-Team: „Mit betroffen war damit auch die Bucherfassung der Wareneingänge für den Online-Shop wie auch für die Läden. Mahnungen oder die Buchhaltung mußten manuell erstellt werden. Die Folge war, daß die geplanten Läden nicht eröffnet werden konnten.“

Heute hat Elbe-Team bekannt gegeben, dass das Warenwirtschaftssystem mit Online-Handel, Ladenanbindung und Buchhaltung seit einigen wochen wieder „nahezu einwandfrei“ funktioniert.

Peter Wölki

Wölki: „Bedingt durch die hervorragenden Ergebniszahlen des Teams vor Datenbankumstellung wurde von der Dresdner Bank unter Einbezug der Bürgschaftsbank Sachsen ein Kredit gewährt, womit ein Teil der aufgelaufenen Verbindlichkeiten gezahlt werden konnten. Einigen Lieferanten konnte ein Teil der angestauten Ware zurückgegeben werden bzw. wurde ein längeres Zahlungsziel vereinbart.“

27 Läden in Dresden (3), Radebeul, Coswig, Freital, Meißen, Riesa, Senftenberg, Hoyerswerda, Bautzen, Görlitz (2), Neubrandenburg, Zeitz, Grimma, Brehna, Halle, Bad Bibra, Weimar, Gera, Eisenach, Plauen, Meerane, Zwickau, Kulmbach und Hamburg sind eröffnet und verkaufen neben den gebrauchten Büchern, Remittenden und Sonderausgaben täglich bis zu 10.000 Euro Neubücher, die von Libri bzw. auch von KNV bezogen werden.

Anita Tygielska:“ Es werden noch ca. 4 Wochen benötigt, um die restlichen Verbindlichkeiten abzubauen. Danach wird die Expansion wie geplant fortgesetzt. Mietverträge liegen für Hohnstein-Ernsthal, Bamberg, Sindelfingen, Schwabach, Zwiesel, Ludwigshafen, Saarbrücken, Hamburg, Rostock, Leipzig (2), Apolda, Torgau, Anklam, Bischofswerda, Hoyerswerda (zweiter Laden in der Innenstadt) und Halle vor. Diese sollen schnellstens eröffnet werden. Durch Kooperationsverträge mit einigen Lieferanten ist der ständige Ausbau der Ladenkette gewährleistet.“

Auch der geplante Bau eines neuen Logistikzentrums bei Magdeburg oder bei Dresden soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Das betriebwirtschaftliche Ergebnis per 31. August 04 sei zufriedenstellend, so dass keine Arbeitsplätze abgebaut werden müssen.

Durch die neue Datenbank verfüge das Elbe-Team über das derzeit modernste Warenwirtschaftssystem im Buchhandel. Mehr als 1,2 Mio.verschiedene Neubücher sind bestellbar, größtenteils mit Klappentexten und Bild hinterlegt. Über 1 Mio. gebrauchte bzw. remittierte Bücher sind sofort lieferbar. Dafür sorge eine bislang einzigartige Bestellabwicklung: Die per Email eingehenden Aufträge werden ins System eingelesen und die bestellten Bücher werden aus der chaotischen Lagerhaltung mittels PDAs herausgesucht, der verkaufte Artikel ist sofort gelöscht. Neubuchbestellungen gehen papierlos in die Bestellabteilung und werden dort in einem Speicher gelagert, um sie täglich einmal an die Großhändler zu senden. Die Versandabteilung ruft die Lagernummer auf und erhält sofort die Rechnung und den Versandaufkleber, die Rechnungsdaten werden in die Buchhaltung übertragen. Bankabbuchungen oder Kreditkartenzahlungen werden automatisch vorgenommen, Bankkontoauszüge werden automatisch eingelesen, die Umsätze der Läden lädt das System nach Kassenschluß ein. Inventurbestände im Versandhaus oder in den einzelnen Läden sind ebenso selbstverständlich wie die Verkaufszahlen nach den Warengruppen.

Wölki: „Dem weiteren Ausbau des geplanten Großhandels für den Verkauf von Remittenden und Restauflagen an Wiederverkäufer steht nun nichts mehr im Wege“. Ebenfalls sollen Neuerscheinungen von Kleinverlagen weltweit über Amazon und ABEbooks vermarktet werden.

Anita Tygielska und Peter Wölki unisono: „Die Geschäftsführung bedauert die Unannehmlichkeiten sehr, sah jedoch keinen Grund, den Weg der Insolvenz zu gehen. Die Gewährung eines Kredites zeigt, daß auch die Hausbank Vertrauen in das expandierende Unternehmen gesetzt hat.“

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