Enzensberger-Buchreihe „Frankfurter Allgemeine Bücherei“ gestoppt

Hans Magnus Enszensberger macht mit seiner Buchreihe „Frankfurter Allgemeine Bücherei“ [mehr…] einen Rückzieher. In einem Rechtsstreit zwischen dem Schriftsteller und dem Eichborn Verlag verbot das OLG die Herausgabe der Bücher.

In einer heute verbreiteten Presseerklärung Enzenbergers heißt es, es werde die „Frankfurter Allgemeine Bücherei“, die im November auf dem Buchmarkt starten wollte, „unter Herausgeberschaft von Hans Magnus Enzensberger nicht geben“ – weil ihm „das Oberlandesgericht Frankfurt am Main mit Beschluss vom 18. Juli 2005 diese Tätigkeit untersagt“ habe und ihm für den Fall einer Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld respektive „eine Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten“ androhe.

Vor Gericht durchgesetzt hat sich damit der Eichborn Verlag, in dem Enzensberger, 75, viele Jahre lang die „Andere Bibliothek“ herausgab. Seinen Vertrag bei Eichborn hatte Enzensberger vor einigen Monaten einseitig fristlos gekündigt und offenbar von den Eichborn-Verantwortlichen erwartet, dass sie ihm nicht mit juristischen Widerspruch kommen würden.

Zeitgleich mit dem Abschied von Eichborn kündigte Enzensberger an, gemeinsam mit dem Buchkünstler Fritz Greno, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und dem Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) die „Frankfurter Allgemeine Bücherei“ zu starten.

Aus dem Verlagshaus der FAZ heißt es, man habe unmöglich einen vermutlich mehrere Jahre dauernden Rechtsstreit zwischen Enzensberger und Eichborn abwarten können und deshalb keine andere Wahl gehabt, als das Bücherei-Projekt abzusagen.

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