Ex-BND-Chef Wieck klagt gegen Geheimdienstporträt

Roman Pliske: „Faktisch soll
das ganze Buch verboten werden“
© Marco Prosch
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Hans-Georg Wieck, der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes, sieht durch das bereits 2014 im Mitteldeutschen Verlag erschienene Buch „Im geheimen Krieg der Spionage. Hans-Georg Wieck (BND) und Markus Wolf (MfS). Zwei biografische Porträts“ (s. Abb.) von Nicole Glocke und Peter Jochen Winters seine Persönlichkeitsrechte verletzt.

In dem Buch werden am Beispiel der Lebensgeschichten von Wieck und seines DDR-Widersachers Markus Wolf die Arbeit der Geheimdienste im geteilten Deutschland dargestellt.

Bereits im Oktober 2014 hatte Wieck das Porträt angegriffen. Seinen Versuch, das Buch im Eilverfahren verbieten zu lassen, gab er damals auf. Jetzt „unternimmt er aber einen neuen Versuch“, wie Roman Pliske, der Geschäftsführer des Mitteldeutschen Verlags, mitteilt. Wieck habe beim Landgericht Berlin eine über 280 Seiten umfassende Klageschrift vorgelegt. In mehr als 200 einzelnen Anträgen verlange Wieck die Unterlassung von Passagen im „Buch oder anderweitig wörtlich oder sinngemäß zu veröffentlichen“. Pliske: „Praktisch wird damit ein Verbot des gesamten Buches gefordert“.

Wieck beruft sich auf den Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und dessen zeitweiligen Ghostwriter Heribert Schwan. Das Oberlandesgericht Köln hatte Kohl jüngst Recht gegeben.

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