Fördert kostenloses Filesharing Vielfalt in der Musikindustrie der USA?

Nach Ansicht von Ökonomen der Universitäten Harvard und Kansas profitieren Musikgesellschaften, Filmfirmen und Buchverlage im Allgemeinen mehr von Filesharing als sie darunter leiden, berichtet das Online-Portal pressetext.de. Den Harvard- und Kansas-Wissenschaftlern zufolge hat sich die Zahl von Produktionen der Musikindustrie seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt.

Durch die weitreichende Verbreitung von Künstlern und ihren Werken seien auch Nachfrage und Absatz sowie die Preise von Konzertkarten geklettert. Selbst in Ländern ungezügelter Online-Piraterie wie China oder Indien, aber auch in den USA, sei darüber hinaus in den vergangenen Jahren auch die Zahl von Filmproduktionen kontinuierlich angestiegen.

Deshalb vertraten die Wissenschaftier die Ansicht, ein lockerer Urheberschutz sei darüber hinaus sogar wünschenswert, solange der Ansporn von Künstlern und der Unterhaltungsindustrie zu neuen Produktionen nicht beeinträchtigt werde. Die Musikindustrie würde ihrerseits versuchen, Mythen über angebliche Schäden durch illegale Downloads aufrecht zu erhalten.

„Illegale Downloads sind wie ein riesiger Selbstbedienungsladen ohne Kasse“, entgegnet ein Musikwirtschaftsexperte auf Nachfrage von pressetext. Dass die Industrie dadurch keinen Schaden nehme, sei „völliger Unsinn“. „Es gibt immer wieder einander widersprechende Aussagen über die Auswirkungen illegaler Downloads auf die Branche“, stellt auch Susanne Pyrker, Sprecherin des Vereins für Anti-Piraterie der Film- und Videobranche (VAP) http://www.vap.cc, die Argumente im Gespräch mit pressetext in Frage.

Angesichts der de facto freien Verfügbarkeit von Musik hätten zwar rund 65 Prozent nach dem Download eines Songs kein physisches Exemplar der entsprechenden CD gekauft. Gleichzeitig sei dies nach einer Hörprobe jedoch bei rund 80 Prozent der Fall gewesen.

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