Frankfurter Buchmesse bald wieder ohne Volker Neumann? Kann die Frankfurter Messe (k)ein Gesellschafter werden?

Seit Wochen schon wurde im Umfeld des Frankfurter Hirschgraben gemunkelt, dass die Tage von Buchmesse-Direktor Volker Neumann gezählt seien. Gestern abend soll es

Volker Neumann

nach unseren Informationen das entscheidende Gespräch darüber gegeben haben, dass Neumanns Vertrag nicht noch einmal um zwei Jahre verlängert wird. Eine offizielle Verlautbarung scheint dazu für kommenden Montag geplant.

Was heißen könnte: Schon die kommende Frankfurter Buchmesse könnte ohne ihren agilen Macher stattfinden – hatte er doch im Freundeskreis für diesen Fall schon angekündigt, dann werde er die Brocken hinwerfen… es mache keinen Sinn, den aufreibenden Job des Messedirektors weiter zu machen, wenn man ihn nicht mehr wolle.

Zur Erinnerung: Neumann, erst seit zwei Jahren im Amt [mehr…], hatte sich erhebliche Verdienste um die Rentabilität der Buchmesse erworben, aber auch keine Konfrontation nach außen (etwa mit dem „Vermieter“ Frankfurter Messe oder der Frankfurter Hotelerie) [mehr…] und auch nach innen mit den Börsenvereinsoberen Dieter Schormann oder BV-GF Dr. Harald Heker gescheut. Letzterem wird nachgesagt, selbst auf Neumanns Posten scharf zu sein. Der hat immerhin schon zugegeben: Neumanns Position sei der wirkliche Traumjob der Branche.

Neumann hat der Messe und damit der Branche enorme Summen erspart – was ihn auch zum Fressfeind der Frankfurter Messegesellschaft gemacht hat, die durch die von Neumann angezettelte Standort-Diskussion Millionen verloren haben soll. Mit der gibt es aber inzwischen ein „bestes Miteinander“, wie es von dort heißt. Was die Frankfurter Messegesellschaft sogar dazu bewogen hat, dem Börsenverein eine Partnerschaft bei der Buchmesse GmbH anzutragen.

Eine bestechende Idee: Die Frankfurter Messe würde mit einem Eintritt in den Gesellschafter-Kreis aktive Standortsicherung betreiben; der Börsenverein käme zu flüssigen Mitteln, die ihm bei seinen aktuellen Finanzproblemen helfen könnten. Noch aber hat der Börsenverein das Angebot wohl nicht in die Gremien gebracht, offiziell scheint es noch nicht diskutiert worden zu sein.

Zurück zu Neumann: Er selbst hat allerdings auch Angriffspunkte zur Kritik geliefert – z.B. durch seine angeblich katastrophale Finanzplanung, die im Juni zu einem siebenstelligen Fehlbetrag geführt haben soll. Es waren keine Rückstellungen gemacht worden, auch soll er falsche Zahlen geliefert bekommen haben; Neumann muss das als Geschäftsführer verantworten, weil der das abgesegnet hatte. Oder durch seine häufige Abwesenheit: Mitte des Jahres hatten seine „Freunde“ im Hause nachgerechnet, dass er seit April ganze sechs Tage anwesend gewesen sein soll. Ist das ein Vorwurf an einen aktiven Messedirektor? Auch jetzt ist er nicht erreichbar, er ist dienstlich in Ägypten.

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