Geplante Urheberrechtsänderung: Über 1000 Protest-E-Mails an Bundestagsabgeordnete

Über 1000 Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter, Verlagsangestellte, Studenten, Buchhändler und andere Bürger haben per E-mail an den Bundestag ihren Protest gegen den geplanten §52a des Urheberrechtsgesetzes ausgedrückt. Der Paragraf sieht vor, urheberrechtlich geschützte Werke wie Lehrbücher und Fachzeitschriften in Schulen und Universitäten zum elektronischen Kopieren freizugeben.

Nach Ansicht der Gegner dieser Regelung würde der Paragraf die Arbeit von Fachverlagen und die Wissenschaft in Deutschland insgesamt gefährden. Am Mittwoch, 9. April, will der Rechtsausschuss des Bundestages über die Novellierung des Urheberrechts abschließend beraten. Vor der Sitzung übergibt die Initiative “Verlage und Wissenschaftler für ein faires Urheberrecht” die zahlreichen Proteste an den Rechtsausschuss.

Die Protest-E-Mails, die auf der Internet-Seite www.52a.de eingegangen sind, führen vielfältige Gründe an, den Paragraf 52a ersatzlos zu streichen – darunter die Gefährdung qualifizierter Arbeitsplätze im Verlagswesen sowie der Vielfalt und Qualität von Fachbüchern. So schreibt ein Jura-Student an der Freien Universität Berlin: “Als Student finde ich es nicht akzeptabel, zukünftig immer mehr auf kostspielige elektronische Informationsbeschaffung angewiesen zu sein, und fordere, dass die Bibliotheken weiterhin mit ausreichend Ausbildungsliteratur in Buchform ausgestattet werden. Paragraf 52a der Urheberrechtsgesetzes wird dies mit verhindern.” Und ein Professor der Universität Marburg protestiert: “Ich bin Koautor eines der meistbenutzten Chemie-Lehrbücher. Wenn der geplante Paragraf 52a Gesetz wird, ziehe ich mich aus dem Geschäft zurück. Es wird dann eben keine modernen Lehrbücher mehr geben.”

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