Hypo Alpe Adria-Buch: Klage gegen Residenz und Veit Heinichen

Noch bevor der Residenz Verlag das Buch Tatort Hypo Alpe Adria offiziell präsentiert hat, kam schon die Klage ins Haus. Wie jetzt bekannt wird, gehen damit bereits seit letzter Woche Ex-Manager und Ex-Berater der Hypo Alpe Adria, darunter Ex-Vorstand Günter Striedinger, gegen den Verlag und den Verfasser des Vorworts, den Krimiautor Veit Heinichen vor.

Anlass war unter anderem Heinichens Beschreibung auf dem Buchrücken, wonach es sich bei dem Werk um eine „Gesamtdarstellung einer internationalen Verbrecherclique“ handle. In den nächsten Tagen entscheidet sich, ob es gegen das Buch von Richard Schneider eine einstweilige Verfügung gibt.

Anlässlich der Präsentation heute hat Ex-Bankvorstand Striedinger auf einer einstweiligen Verfügung bestanden. Er strebe keinen Vergleich an, sagte sein PR-Berater, Ferdinand Bartl laut Informationen des Standard und der APA.

Für Heinichen unterscheidet sich der Fall Hypo Group Alpe Adria „schon dadurch von den meisten anderen großen Firmencrashs, dass sich inzwischen die Geheimdienste halb Europas, aber auch der USA und Russlands mit der Sache befassen – ein unmissverständlicher Hinweis darauf, dass die Vermischung von Politik, Wirtschaft und organisierter Kriminalität sich längst etabliert hat.“ Auf dem Buchumschlag wird die Bank als die „Hausbank der Balkan-Mafia“ bezeichnet.

Schneider rechtfertigte sich bei der Präsentation gegen Klagedrohungen, er nenne in dem Buch etwa 300 Namen, man sehe auch nirgends Namen der (insgesamt drei) klagenden Personen. Neben Striedinger haben auch der Anwalt Gerhard Kucher und der Steuerberater Hermann Gabriel geklagt. Beide sind ebenfalls im Visier der Justiz. Schneider wollte vor allem die dubiose Klientel der Bank beschrieben haben. Striedinger ließ über seinen anwesenden PR-Berater wissen, dass es nicht darum gehe, das Buch zu verbieten, inhaltlich sei es großteils „zu vergessen“. Im Fall Striedinger wollte er generell festhalten, dass dieser zwar mehrere Anzeigen am Hals habe, aber bisher keine einzige Anklage bestehe. Im Zusammenhang mit den insgesamt 15 oder 20 Anzeigen, die Striedinger erhalten habe, sei er „genau null mal befragt“ worden. „Jeder Millimeter soll aufgeklärt werden.“

Bartl hält den Großteil des Buches für „inhaltlich falsch“, da werde es auch von anderen Seiten entsprechende Reaktionen geben, vermutet er. „Nicht nur Einzelpersonen, sondern ganze Staaten werden kriminalisiert“, so Bartl. Er schließt nicht aus, dass auch gegen den Autor rechtlich vorgegangen wird. Bis dato richtet sich die Klage „nur“ gegen den Residenz-Verlag und Vorwortschreiber Veit Heinichen.

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