Jetzt offiziell: Bloomsbury ist der neue Partner des Berlin Verlages / Alle Mitarbeiter können bleiben/ Zusätzlich soll neues Kinderbuchprogramm gestartet werden / Dorothee Grisebach mit an Bord

Das wird auf Dauer das Gesicht unserer Verlagslandschaft nachhaltig verändern. Ein Blick auf die Webseite von http://www.bloomsbury.com/ zeigt, an welch beeindruckender Autorenliste Bloomsbury die Weltrechte hat – Perlen, die derzeit von KiWi bis Hanser und eben künftig schon gar nicht bei Random House zu finden sein werden. Denn natürlich, das darf man prognostizieren, werden diese Autoren sich sehr bald im Berlin Verlag-Programm wiederfinden. Und man darf wohl auch prognostizieren, dass der Verlag sein Programm nicht reduzieren, eher auf Expansionskurs gegen wird. Denn aus dem Hause kommt die in diesen Tagen seltene Botschaft: Alle 16 Mitarbeiter werden ihre Arbeitsplätze behalten, um die sie sich zeitweise doch Sorge machen mussten. Denn sicher schien ja nicht unbedingt, dass ihr Verleger einen Partner finden würde. Auf unsere Frage jedenfalls [mehr…]„Sie kaufen also einen Verlag zurück, von dem noch nicht feststeht, ob Sie auch wirklich einen Inverstor finden? Was passiert, wenn alle Interessenten einen Rückzieher machen? “ antwortete Conradi lapidar: „Dann bin ich pleite“.

Das Gegenteil ist der Fall – er geht eine Partnerschaft ein, um die ihn viele beneiden werden.

Denn hier kommt jetzt die Bestätigung für unsere Meldung von vorhin, dass Bloomsbury der neue Partner von Dr. Arnulf Conradi (Foto) ist. Sie steht als offizielle Mitteilung (in zwei Sprachen) auf der Webseite des Berlin Verlages www.berlinverlag.com:

Der Verleger und Gründer des Berlin Verlags, Arnulf Conradi, hat für seinen vor kurzem aus dem Verbund der Random House Gruppe herausgelösten Verlag einen neuen Partner gefunden. Es ist der Londoner Verlag Bloomsbury, der zu den bedeutendsten und angesehensten britischen Verlagen zählt.

Arnulf Conradi sagte dazu: »Ich halte dies für eine ideale Lösung und Bloomsbury für einen idealen Partner. Die Verlage weisen in ihren Programmen ein verblüffendes Ausmaß an Überschneidung auf. Wir haben viele Autoren gemeinsam, darunter unsere >Schutzheiligen< Nadine Gordimer und Margaret Atwood. Und mich verbindet eine alte Freundschaft mit Liz Calder und Nigel Newton von Bloomsbury.« Arnulf Conradi wird den Berlin Verlag weiterhin leiten und volle verlegerische Freiheit haben. Er wird Anteilseigner von Bloomsbury. Nigel Newton, der Bloomsbury 1986 gründete und den Verlag leitet, sagte zu der Verbindung seines Hauses mit dem Berlin Verlag: »Ich freue mich sehr darüber, dass wir durch den Berlin Verlag viele unserer Autoren nun auch in deutscher Sprache veröffentlichen werden. Wir betrachten dies als eine Vereinigung zweier Verlage, die das Engagement für literarische Autorinnen und Autoren teilen. Wir sind davon überzeugt, dass der Berlin Verlag seinen literarischen Ruf im Rahmen unserer Gruppe mit geschäftlichem Erfolg verbinden kann. Der Berlin Verlag stärkt Bloomsburys Position als international agierendes Verlagshaus.« Elisabeth Ruge, die den Verlag gemeinsam mit Arnulf Conradi gründete, wird weiterhin ihre Autorinnen und Autoren, darunter Zeruya Shalev, Elke Schmitter, Susanne Riedel, Ingo Schulze und Peter Nadas, betreuen und neue Titel akquirieren. Darüber hinaus wird sie ein Kinderbuchprogramm ins Leben rufen. Zu dem neuen Kinderbuch sagte Elisabeth Ruge: »Wir haben die Möglichkeit, eine neue Stimme in den Chor der Kinderbuchverleger Deutschlands zu bringen. Bloomsbury, das als Verlagsheimat von Harry Potter auch in Deutschland bekannt ist, bietet ein erfolgreiches Programm. Ich werde eng mit den Kinderbuchlektoraten Bloomsburys in England und den USA zusammenarbeiten, werde aber auch neue Autoren und Illustratoren in Deutschland suchen.« Dorothee Grisebach, die auf eine langjährige Erfahrung als Verlegerin zurückblickt, hat im Laufe des letzten Jahres bereits ein deutsches Programm für Bloomsbury vorbereitet. Diese Titel werden in das Programm des Berlin Verlages eingehen und es bereichern. Sie wird weiterhin Titel für das Programm des Berlin Verlages akquirieren und zur Programmleitung gehören. Dorothee Grisebach sagte zu der Verbindung Bloomsbury-Berlin: »Die neue Konstellation bietet eine hervorragende Voraussetzung, um den bisher akquirierten Titeln einen optimalen Start auf dem deutschen Markt zu geben. Wir werden die bereits vorhandenen Gemeinsamkeiten weiter stärken und gut zusammenarbeiten. Wir sind den Autoren und Agenten, die Bloomsburys Pläne in Deutschland unterstützt haben, sehr dankbar.« Die Reaktion auf Seiten der Autoren war durchweg positiv. Nadine Gordimer, Margaret Atwood und Richard Ford, Péter Esterházy und Péter Nádas, Zeruya Shalev, Elke Schmitter, Susanne Riedel, Ingo Schulze und Tilman Spengler, um nur einige zu nennen, äußerten sich mit Zufriedenheit und Zustimmung zu der neuen Verbindung.

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