Keine Preise für Plagiate: Schriftsteller initiieren „Leipziger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums“

Keine Preise für Plagiate – mit dieser Forderung ist jetzt eine Reihe von hochrangigen Literaten an die Öffentlichkeit getreten, meldet der SPIEGEL. Schriftsteller wie Günter Grass, Erich Loest und Christa Wolf unterzeichneten kurz vor Eröffnung der Leipziger Buchmesse eine „Leipziger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums“.

Darin heißt es: „Wenn ein Plagiat als preiswürdig erachtet wird, wenn geistiger Diebstahl und Verfälschungen als Kunst hingenommen werden, demonstriert diese Einstellung eine fahrlässige Akzeptanz von Rechtsverstößen im etablierten Literaturbetrieb.“

Damit spielen die Unterzeichner sicherlich auch auf die Kontroverse um die Nachwuchs-Autorin Helene Hegemann an, schreibt der SPIEGEL. Hegemann ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. „Sie gehört sicher in den Kontext der Debatte“, sagte Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Bundesgeschäftsführer des Verbandes deutscher Schriftsteller in der Gewerkschaft Verdi, und der Verband hat die „Leipziger Erklärung“ initiiert.

Die Debatte über Plagiate aber nur an Hegemann festmachen zu wollen, greife zu kurz, sagte Bleicher-Nagelsmann dem SPIEGEL. Vielmehr hätten die neuen Medien mit den Download-Möglichkeiten für E-Books „eine ganz andere Brisanz“ in die Urheberrechts-Frage gebracht. Der Verband deutscher Schriftsteller fordert Verlage, Lektoren, Kritiker und Juroren auf, „geistigen Diebstahl eindeutig zu verurteilen“.

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