Kiepenheuer & Witsch und Maxim Biller im Fall Esra auf 100.000 Euro Schmerzensgeld verklagt

Im Rechtsstreit um den gerichtlich gestoppten Roman „Esra“ von Maxim Biller sind der Autor und sein Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch nun auf Schmerzensgeld verklagt worden.

Wie der Verlag am Dienstag mitteilte, fordern die beiden Frauen, die sich im dem Roman wiedererkennen, mindestens 100 000 Euro Entschädigung. „Der Verlag und der Autor werden sich juristisch gegen die Klage zur Wehr setzten“, betonte Kiepenheuer. Die Klage sei vor einigen Tagen in München eingereicht worden und soll am 9. August verhandelt werden.

Nach dem gerichtlichen Verbot des stark autobiografisch gefärbten Romans Billers durch den Bundesgerichtshofs (BGH) im Juni 2005 hatte der Kölner Verlag Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingelegt. Der BGH hatte die Persönlichkeitsrechte von Billers Ex-Freundin und deren Mutter verletzt gesehen. Auch in der entschärften Version seien die beiden Klägerinnen hinter den Romanfiguren Esra und Lale erkennbar.

Kiepenheuer & Witsch wendet sich mit der Verfassungsbeschwerde gegen eine drohende allgemeine Einschränkung des künstlerischen Ausdrucks, der „alle Schriftsteller und literarischen Verlage dieses Landes bedroht“. Der Rechtsstreit um das Buch läuft bereits seit drei Jahren.

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