Lorenz Borsche erläutert das neue Angebot der eBuch

Lorenz Borsche

buchmarkt.de: Herr Borsche, das nächste online-Angebot der eBuch steht: eVorschau. Das Tool wendet sich, zunächst kostenfrei, auch an Nicht-eBuch-Mitglieder. Neumitgliederakquise?

Borsche: Die findet anderweitig statt. Das Tool soll für möglichst viele Verlage so attraktiv sein, dass sie dort ihre Novi-Daten und Termine sehr präzise pflegen. Was dann wiederum allen nutzenden Buchhändlern – also auch
unseren – zugutekommt. Und attraktiv ist eVorschau.de, wenn es von möglichst vielen benutzt wird. Dass wir damit auch Nichtmitgliedern etwas Gutes tun, ist ein erfreulicher Nebeneffekt, schliesslich wollte die eBuch schon immer alle unabhängigen Buchhändler unterstützen. Ergo wünschen wir uns rege Benutzung.

buchmarkt.de: Die Buchhändlerin und BuchMarkt-Kommentatorin Miriam Reichelt wünschte sich im März-Heft ein offensiveres Zugehen auf Verlage von Ihrer Seite. Je mehr Verlage bei eVorschau vertreten sind, desto größer ist die Arbeitserleichterung durch das Tool. Wie steht es damit?

Borsche: Wir haben jetzt zu den vorhandenen rund zwanzig Premiumauftritten von Verlagen zusätzlich die Novitätenlisten der wichtigsten 100 Verlage aus öffentlich erreichbaren Daten dazu generiert, um hier erstmal Abhilfe zu schaffen. Wir schätzen, daß die Buchhändler damit den überwiegenden Teil ihrer Novitätenauswahl auf sehr einfache Weise bewältigen können.

Und wir hoffen, dass sich herumspricht, dass es hier ein wirklich gutes Instrument gibt, um als Verlag mit dem unabhängigen Sortiment direkt in Kontakt zu bleiben, sich zu präsentieren, Werbung für die eigenen Titel zu machen. Bei 16.000 Verlagen ist es schwer ‚auf einzelne zuzugehen‘ – aber dafür gibt es ja Messen – wie jetzt in Leipzig.

buchmarkt.de: Außerdem wünschte sie sich einen Testzugang für Buchhändler.

Borsche: Den haben wir unter Blut, Schweiß und Tränen übers Wochenende eingebaut. Jeder, ich betone: jeder, kann und soll testen – nicht nur BuchhändlerInenn, sondern auch Verlage!

buchmarkt.de: Sie haben aber noch viel mehr Pläne mit dieser Plattform …

Borsche: Buchhändler wissen immer gerne, was andere Buchhändler denken – die Weisheit der Vielen möchte man anzapfen, das gibt Sicherheit. Wir werden in einem zweiten Schritt den Titeln auch Vorbestellkennziffern als
Orientierungshilfe mitgeben. So kann man leicht überprüfen, ob man irgendeine wichtige Novität für die Kinderecke vielleicht vergessen hat zu ordern, indem man die wichtigsten 100 oder 200 Titel, gerankt nach den
Bestellzahlen der Kollegen, durchsieht.

Und dann noch Rezensionen von Leseexemplaren! So viele Buchhändler schreiben so tolle kleine Vignetten für ihre Kunden oder den eigenen Webshop. Wenn man die alle einsammelte … Aber da müssen wir über ein ‚Belohnungssystem‘ nachdenken. Und wenn das alles drin ist, dann könnten wir sogar Endkunden drauf loslassen, die dann anhand solcher Rezensionen Novi-Titel direkt bei Ihrer Lieblingsbuchhandlung per PDF-Bestellung
reservieren. (lacht) Ein wenig Phantasieren muss erlaubt sein…

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