Michael Meller antwortet auf Dr. Arnulf Conradi und seine Rede bei der Tagung der AG Publikumsverlage

Am vergangenen Donnerstag hatte Ex-Berlin Verlag Chef Dr. Arnold Conradi im Rahmen der Tagung der AG Publikumsverlage in seiner Rede [mehr…] auch zum Thema Agenten den Morgenstern benutzt, obwohl ihm sonst eher das Florett liegt.

Einer der anwesenden deutschen Agenten antwortet ihm hier öffentlich:

Lieber Herr Dr. Conradi,

was , um Himmels Willen, ist Ihnen denn für eine (Agenten) Laus über die Leber gelaufen ?

Da halten Sie einen erfrischenden, witzigen , nachdenklich stimmenden Vortrag vor Kollegen und plötzlich holen Sie aus einer schon recht schimmeligen Krabbelkiste die alte „die Agenten sind an allem Schuld“ Keule heraus. Gerade Sie wissen es doch besser. Wie viele Bücher in Ihrer Zeit als Verleger haben Sie ohne Agentur erworben – mal ehrlich !? Und hat nicht gerade dieser Agent Ihnen einst eine wichtige Autorin bewahrt, obwohl das Angebot eines Konkurrenten mehr als doppelt so hoch war !

Sie wissen doch ganz genau dass die Agenten – und eines späten Tages wird es auch der Börsenverein entdecken – seit 20 Jahren auch in Deutschland Teil der Branche geworden sind – keineswegs ihre Totengräber, wie Sie unsinnigerweise und gegen besseres Wissen behaupteten. Oder können Sie mir auch nur einen Verlag nennen, der durch Agenten in den Ruin getrieben wurde !

Aber vielleicht sind Sie ja froh, dass Sie sich in Zukunft nicht mehr in die mehrmals jährlich stattfindende ritualistische Verlegerprozession nach Zürich, London und New York einreihen müssen , um den Agenten die Aufwartung zu machen.

Und könnte nicht gerade die Art Ihres Ausscheidens aus der Branche vielen Autoren zu denken geben und sie zu der Überlegung veranlassen sich doch mal mit einem Agenten zu unterhalten; denn diese sind heute die freien Unternehmer und können eher Kontinuität versprechen.

Sicher kennen Sie die alte Weisheit, dass man nichts zu weit wegwerfen sollte, denn in den meisten Fällen muss man es dann von sehr weit her wieder holen !

In diesem Sinne verbleibe ich mit meinen besten Wünschen für eine gute und interessante Zukunft, in der man sich hoffentlich wieder trifft.

Ihr

Michael Meller, Michael Meller Literary Agency
m.meller@melleragency.com

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