Neuer Libri – Slogan: Bücher bewegen / Jubelreigen zum 75. Jubiläum abgeschlossen

Am 1.September 1928 hat mit der Übernahme einer kleinen Hamburger Buchhandlung die jetzt 75jährige Geschichte von Libri begonnen. Was seither geschah, ist in dem Buch „75 Jahre Bücher bewegen – Das Buch über Libri“ festgehalten worden, das am Freitag in Hamburg festlich aus der Taufe gehoben wurde – Abschluss der Feierlichkeiten, die im Sommer schon mit über 600 Buchhändlern in Bad Hersfeld während der dortigen Festspiele begonnen hatten.

Der Buchtitel ist auch neuer Libri – Slogan. Das enthüllte Dr. Markus Conrad (vorn), geschäftsführender Gesellschafter von Libri, vor rd. 200 Gästen aus der Branche. „Bücher bewegen“ greift einen Gedanken von Kurt Lingenbrink auf, der schon 1953 über die Arbeit seiner Hauses sagte: „Unsere Ware bleibt immer etwas Besonderes, ein kostbares Gut, das dem Geist und dem Herzen des einzelnen Menschen Nahrung gibt“. Was Conrad in seiner Festrede in der Hamburger Hochschule für Musik und Theater bekräftigte: “Wir glauben weiter an unsere Aufgabe, durch kostengünstige und schnellstmögliche Distribution an einen flächendeckenden Handel zur Vielfalt des Buchangebotes beizutragen“. Dass Libri dabei gern den Takt angibt (Firmengründer Georg Lingenbrink wollte schon in den dreißiger Jahren „immer schneller als die Konkurrenz“ sein), das war auch an der Gestaltung des Festprogrammes zu spüren, das Bilder und ein unerwartetes, ungewohntes Musikprogramm aus den letzten 75 Jahren bot.

Absicht war sichtlich die Auswahl von in ihrer Zeit jeweils neuer Musik aus diesen Jahren, die der Leiter der Hochschule, Prof. Dr. Hermann Raue, beziehungsreich mit Parallelen zur Buchbranche kommentierte. Denn auch „Libri stand und steht immer wieder für Innovation in unserer Branche“, woran Dr. Conrad nicht ohne Selbstbewusstsein erinnerte. Was wohl auch manchen alten Hasen nicht mehr ganz so klar war: „Barsortimentskataloge, der Bücherwagendienst, die elektronische Bestellübermittlung, Mehrwegbehälter, Warenwirtschaftssystheme, Zentrallager- und Internetdienstleistungen, Books on Demand“ waren Anstöße von Libri, die zwar fast immer zu Kassandra-Rufen geführt hätten, heute aber fast alle Standard seien.

Absicht war auch, dass die Studenten der renommierten Fachklasse von Prof. Hans-Michael Petri nur Schlaginstrumente einsetzten. Das gestand Dr. Conrad, der das Unternehmen seit 1989 führt (damals war er 29 Jahre alt: mehrheitlich gehört Libri seit genau zehn Jahren den Brüdern Michael(im Foto hinten am Mikrofon) und Wolfgang Herz: „Schlaginstrumente beschreiben am besten die Rolle von Libri in unserer Branche. Jeder weiß, dass man sie braucht; keiner weiß genau, was sie eigentlich alles können. Aber jeder fürchtet sich, dass sie aus dem Takt kommen, denn dann geht nichts mehr.“

Unter den Gästen waren übrigen nicht nur Karin Lingenbrink, die Witwe des schon 1990 verstorbenen letzten Inhabers, sondern auch die ehemaligen Geschäftsführer Lothar Scharsig und Gunnar Kelm. Und – eine Überraschung für die Mehrzahl der Gäste – auch Michael Herz, der die Buchbranche lobte: „Ich beneide Sie um die Form des Umgangs in Ihrer Branche, der ist offener und fairer als fast überall sonst draußen. Und um die Menschen, die in der Buchbranche arbeiten. Man sieht es am Lächeln der Verkäuferinnen, dass sie ihre Produkte lieben.“ Herz, der in vielen Branchen unternehmerisch tätig ist: „In einer solchen Branche sind wir gern dabei. Und wir bleiben dabei!“.

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