Nobelpreis für Grass wird nicht aberkannt / Umfrage bestätigt: Grass soll Nobelpreis behalten / Zentralrat der Juden kritisiert Geständnis als PR-Aktion

„Die schwedische Nobelstiftung hat eine Aberkennung des Literatur-Nobelpreises für Günter Grass (78) wegen dessen Mitgliedschaft in der Waffen-SS ausgeschlossen“, das berichten verschiedene Medien übereinstimmend [mehr…].

Demnach sagte der Direktor der Stiftung, Michael Sohlman, heute in der Stockholmer Zeitung Dagens Nyheter: „Die Vergabe ist endgültig. Es ist auch noch nie vorgekommen, daß ein Preis wieder zurückgenommen wurde.“ Dabei verwies er auf die Nobel-Statuten, die dies nicht vorsähen.

Inhaltliche Kommentare zum Bekenntnis von Gass werde die Nobel-Stiftung nicht abgeben, stellte sie klar. In der Begründung zur Verleihung des Nobelpreises hatte die Stiftung vor allem das Engagemnt von Grass zur Aufarbeitung der Vergangenheit gewürdigt.

Unterstützt wird die Meldung von einer Blitzumfrage bei 1005 Bürgern im Auftrag des Stern: Das Forsa-Institut ermittelte, dass 87 Prozent der Bundesbürger dafür seien, dass Grass den Nobelpreis behält.

Dagegen hat der Zentralrat der Juden mit scharfer Kritik reagiert und das Geständnis als Marketing-Aktion gegeißelt. „Die Tatsache, dass dieses späte Geständnis so kurz vor der Veröffentlichung seines neuen Buches kommt, legt (…) die Vermutung nahe, dass es sich dabei um eine PR-Maßnahme zur Vermarktung des Werkes handelt“, sagte die Präsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch, der Netzeitung.

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