Offener Brief: Übersetzer lehnen die Vergütungsregel von Random House ab

Das Gerangel geht weiter – und die Freude, dass Joerg Pfuhl – wie am Rande der Buchhändlertage in Berlin verkündet [mehr…] – nun endlich eine Einigung im Dauerstreit zwischen Übersetzern und Verlegern erreicht hätte, war nur von kurzer Dauer. Eben erreicht uns ein Offener Brief der Übersetzer, hier der Wortlaut:

„Die Honorierung literarischer Übersetzungen in Deutschland ist unangemessen. So heißt es in der Begründung des Gesetzgebers zur 2002 verabschiedeten Novelle des Urheberrechts. Das neue Gesetz sollte Abhilfe schaffen und endlich dafür sorgen, dass die Urheber angemessen vergütet werden.

Nun wurde vorschnell gemeldet, einige Publikumsverlage und der Übersetzerverband VdÜ hätten sich auf eine gemeinsame Vergütungsregel geeinigt. Höchstens nebenbei erfährt man, dass die Mitglieder des Übersetzerverbands dieser Regelung noch gar nicht zugestimmt haben.

Damit ist auch nicht zu rechnen – aus gutem Grund: Der jetzt vorliegende Vergütungsvorschlag bedeutet für die meisten Übersetzer keine Verbesserung ihrer Honorare, für viele sogar eine deutliche Verschlechterung. Die Höhe der Beteiligung am Erfolg und an der weiteren Nutzung übersetzter Werke ist unzureichend und bleibt weit hinter bisherigen Gerichtsurteilen zurück; die Seitenhonorare drohen hinter den Status Quo zurückzufallen; bis zu 20 000 Exemplare eines Titels können verkauft werden, ohne dass auch nur ein Cent Beteiligung fließt.

Einen solchen Vorschlag als „angemessene Vergütung“ festzuschreiben, lehnen wir deshalb entschieden ab. Die vermeintliche „Einigung“ würde nicht nur die ökonomische Misere eines ganzen Berufsstands zementieren, sie gefährdet auf Dauer die Kultur, für die wir uns einsetzen: eine vielfältige literarische Landschaft, gute Bücher, Übersetzungen auf hohem Niveau.

Erstunterzeichner:

Ammar, Angelica
Aumüller, Uli
Bechtolsheim, Christiane v.
Becker, Svenja
Bender, Larissa
Bischitzky, Vera
Blumenbach, Ulrich
Böhnke, Reinhild
Bokelmann, Ulrike
Braun, Ilja
Braungardt, Ganna-Maria
Burmeister, Brigitte
Dörries, Maike
Drolshagen, Ebba
Elsässer, Regine
Elze, Judith
Fähndrich, Hartmut
Fienbork, Matthias
Firth, Will
Fock, Holger
Fritz, Franca
Große, Brigitte
Hachmeister, Sylke
Hacker, Gerhard
Handels, Tanja
Hansen, Christian
Hausmann, Friederike,
Heissenberger, Michael
Henrici, Axel
Hirschmann, Karin
Höhr, Hildegard
Hölscher, Irmgard
Hoffmann-Dartevelle, Maria
Hübner, Sabine
Hüsmert, Waltraud
Ingendaay, Marcus
Jackson, Hendrik
Kaiser, Reinhard
Kalscheuer, Claudia
Kempter, Martina
Kierdorf, Theo
Kinsky, Esther
Kleemann, Silke
Kleiner, Barbara
Klöss, Peter
Koop, Heinrich
Krieger, Karin
Kroeber, Burkhart
Krueger, Gertraude
Kuby, Christiane
Kühl, Olaf
Künzli, Liz
Lange, Susanne
Leetz, Antje
Leupold, Gabriele
Loehrer, Andreas
Mälzer-Semlinger, Nathalie
Mandelkow, Miriam
Martens, Klaus
Meltendorfer Friederike
Mill, Maria
Mohr, Thomas
Monhardt, Stefan
Moldenhauer, Eva
Müller, Sabine
Nitzberg, Alexander
Nölle, Karen
Oeser, Hans-Christian
Osterwald, Grete
Ott, Bernadette
Pflug, Maja
Plötz, Dagmar
Poppenberg, Gerhard
Radetzkaja, Olga
Reschke, Thomas
Rohland, Riek
Ruby, Luis
Scheffel, Gerda
Scheffel, Helmut
Scheffel, Tobias
Scherber, Peter
Schulte, Sabine
Schwaar, Peter
Shibarova, Anna
Sinnig, Claudia
Spingler, Andrea
Steinitz, Claudia
Stöhr, Sabine
Strasmann, Ilse
Strobel, Matthias
Stroinska, Dorota
Tankó, Timea
Tschöke, Wolfgang
Übelhör, Theresia
Trunk, Christoph
Vetterlein, Suse
Viebahn, Sebastian
Walter, Michael
Wemme, Eva
Winiger, Josef
Wittmann, Uli
Wulfekamp, Ursula
Zimmer, Dietmar
Zurbrüggen, Willi

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