Orthographie: Nach der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung meldet sich nun auch die Bayerische Akademie der Schönen Künste zu Wort

Was bei der im Jahr 1996 nach langem Hin und Her dann doch ziemlich überstürzt eingeführten Rechtschreibreform vorauszusehen war: Deutsche, Schweizer und Österreicher können seither ihre eigene Sprache nicht mehr richtig schreiben. Nach sieben Jahren kann es sich dabei nicht mehr um Anfangsschwierigkeiten handeln. Verleger und Autoren wissen ein Lied davon zu singen, aber auch ihre Leser. Um diesem »Missstand« entgegenzuwirken, legte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung im März 2003, zur Leipziger Buchmesse, einen »Kompromißvorschlag« zur Reform der neuen Rechtschreibung vor. Damit sollte das Reformwerk im Prinzip anerkannt, ihre problematischsten Neuerungen jedoch zurückgenommen werden.

Nun tritt auch die Bayerische Akademie der Schönen Künste mit einer Publikation (s. Abb.) im Oreos Verlag oreos@t-online.de ; www.oreos.de zu diesem Thema an die Öffentlichkeit, gerade rechtzeitig vor dem nächsten Treffen der Buchbranche, den Buchhändlertagen in Karlsruhe (27./28. Mai 2003). Das mit Zeichnungen von Paul Flora reizvoll gestaltete, bibliophile Buch enthält eine sachliche Bestandsaufnahme der durch die Reform eingetretenen Folgen. Die anderen Kapitel sind eindringliche Appelle an die Vernunft der Verantwortlichen und der Betroffenen. Verleger Walter Lachenmann: „Die Diskussion geht also weiter“.

Kunze, Reiner u.a.
Deutsch. Eine Sprache wird beschädigt.
Zur neuen Rechtschreibung. Eine Diskussion, eine Bilanz und ein »Kompromiß«
Herausgegeben von der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Deutsche Sprache (FDS)
120 Seiten, bibliophil gebunden, mit Zeichnungen von Paul Flora.
ISBN 3-923657-74-9, Euro 12,80

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