Random House bestätigt Interesse an Residenz Verlag

Wie am Wochenende in der östereichischen Tagespresse zu lesen war, soll der der Österreichische Bundesverlag ÖBV mit seinen Töchtern Residenz Verlag,Deuticke und Brandstätter bis Ende kommenden Jahres privatisiert werden. Derzeit geht es noch um die Auswahl der Investmentbank, die vom Österreichischen Finanzministerium mit der Abwicklung des Verkaufs betraut werden soll. Aus einem Wettbewerbsverfahren sind zuletzt fünf Kandidaten übrig geblieben. An der ausgewählten Investmentbank wird es liegen, die Verlage zu bewerten und dann mit potenziellen Käufern zu verhandeln.
Das Verfahren ist so kompliziert, weil die Privatisierungsregeln in Österreich zuletzt verschärft wurden und weil auch den EU-Richtlinien entsprochen werden muss.

Als ein Kaufinteressent wird immer wieder Random House genannt, was im STANDARD auch bestätigt wurde. Schlagzeile dort: „Deutsche Random House will heimischen Bundesverlag kaufen“

Dort hat auch Random-House-Sprecher Prof. Dr. Theo Schäfer bestätigt, „der Bundesverlag“ würde „gut zu den anderen beiden Österreich-Standbeinen Orac und Kremayr & Scheriau passen“. Die Frage sei freilich nicht nur, zu welchem Preis der Großverlag gehandelt werde, sondern auch, ob etwa Jobgarantien abgegeben werden müssen. Man sei „am Inhalt interessiert, habe aber etwa selbst einen starken Vertrieb bzw. ein starkes Marketing.“ Hier würde man Synergien nutzen wollen. Bis darüber debattiert werden kann, wird es aber freilich noch eine Weile dauern.

Mit insgesamt 240 Mitarbeitern ist der ÖBV Österreichs weitaus größte Verlagsgruppe und erzielte mit all seinen Verlagen zuletzt einen Jahresumsatz von rund 400 Mio. S. Den größten Anteil dabei macht der ÖBV mit Schulbüchern; in dieser Sparte hat der ÖBV vor drei Jahren schon mit Klett fusioniert – Klett darf also auch als Kaufinzeressent gewertet werden. Noch aber ist gar nichts entschieden, so ÖBV-Chef Robert Sedlaczek, auch nicht, ob „das Haus als Ganzes oder in Teilen an verschiedene Käufer veräußert“ wird.

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