Reform bröckelt weiter

Die umstrittene Rechtschreibreform dürfte nun auch im Bereich der Groß- und Kleinschreibung um ein gutes Stück zurückgedreht werden, meldet ddp. Der Rat für deutsche Rechtschreibung beschloss heute entsprechende Empfehlungen für eine Korrektur der Reform „in begrenztem Umfang“, wie Ratsvorsitzender Hans Zehetmair in Mannheim sagte.

Demnach sollten feststehende Begriffe künftig zwingend wieder groß geschrieben werden, also zum Beispiel „Große Koalition“, „Gelbe Karte“, „Zweiter Weltkrieg“, „Schwarzer Kontinent“ oder „Hohes Haus“ für Parlament. Beim „Schwarzen Brett“ solle nur dann eine Kleinschreibung möglich sein, wenn es sich nicht um die Anschlagtafel, sondern tatsächlich um ein schwarzfarbenes Brett handele, sagte der frühere bayerische Kultusminister nach der achten Sitzung des Gremiums.

Als zweiten Punkt nannte Zehetmair, dass das – laut Reform – klein geschriebene „du“ in Briefen auch wieder groß geschrieben werden könne. Hier sei aber nach den Empfehlungen des Rates auch weiterhin die Kleinschreibung möglich. Drittens sei einstimmig beschlossen worden, dass künftig zusammengesetzte Begriffe wie „Pleite gehen“ oder „Bankrott machen“ klein und zusammen geschrieben werden sollten, wenn dies – wie hier – dem Sprachgebrauch entspreche. „Wir machen die Nachkorrektur nicht, um die Fehlerquellen zu erhöhen, sondern damit die Sprache für den Einzelnen wieder vertrauter wird“, sagte Zehetmair.

Die Empfehlungen des Rates – der auch schon Verbesserungsvorschläge zur Silbentrennung und Kommasetzung gemacht hatte – werden nun der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgelegt. Die KMK muss auf ihrer Sitzung am 2. und 3. März entscheiden, ob die Vorschläge zum neuen Schuljahr ab 1. August umgesetzt werden.

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