Reformkritiker: Rechtschreibrat ist kein Weg aus der Sackgasse

Mehrere Initiativen von Kritikern der Rechtschreibreform haben das Vorgehen der Kultusministerkonfernz in der Rechtschreibreformfrage scharf kritisiert. Als Sprecher der Initiativen warfen der als Rechtschreibrebell bekannt gewordene Weilheimer Deutschlehrer Friedrich Denk und der Erlanger Sprachwissenschaftler Theodor Ickler den Kultusministern vor, mit der Berufung eines einseitig besetzten Rechtschreibrats – vgl. dazu den beigefügten Text – die Beseitigung der fundamentalen Mängel der Rechtschreibreform unmöglich zu machen:

Die Kultusminister haben die kritischen Argumente nahezu aller bedeutenden deutschsprachigen Schriftsteller und zahlreicher anderer Intellektueller und den seit Jahren bekannten Wunsch der großen Mehrheit der Bevölkerung nach Beibehaltung der klassischen deutschen Orthographie einmal mehr übergangen und einen einseitig besetzten Rechtschreibrat berufen.
Dieser Rat für deutsche Rechtschreibung, in dem die Befürworter der Rechtschreibreform eine erdrückende Mehrheit haben, wird nie in der Lage sein, die fundamentalen Mängel der Rechtschreibreform zu beseitigen und einen Weg aus der Sackgasse Rechtschreibreform zu finden. Im Gegenteil wird die Verwirrung weiter zunehmen und das Interesse am Lesen und an der Literatur weiter sinken. Für diese drohende Entwicklung trägt die Kultusministerkonferenz die alleinige Verantwortung.

München, Erlangen, 15. Oktober 2004

Als Sprecher der Initiativen von:
Prof. Carsten und Gabriele Ahrens, Elsfleth, WIR gegen die Rechtschreibreform in Niedersachsen
Friedrich Denk, Weilheim i.OB, WIR gegen die Rechtschreibreform in Bayern
Matthias Dräger, St. Goar, WIR gegen die Rechtschreibreform in Schleswig-Holstein
Prof. Dr. Theodor Ickler, Erlangen
Hans Krieger, München, Rat für deutsche Rechtschreibung e.V.
Reinhard Markner, Berlin, Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V

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