Rettung unwahrscheinlicher geworden

Ein Konkurs der Libro-Kette scheint kaum mehr abzuwenden. Heute werden insgesamt 2.380 Mitarbeiter von Libro (1.850 Betroffene) und der Buchhandelskette Amadeus (530 Betroffene) im Rahmen des österreichischen Frühwarnsystems zur Kündigung angemeldet. Damit könnten die ersten Kündigungen Anfang Juli erfolgen, bestätigte das Unternehmen.
Im Falle eines Konkurses werden alle Mitarbeiter gekündigt, gegebenenfalls von einem neuen Investor übernommen. Wie berichte,t muss bis zum 6. Juli den Gläubigerbanken ein Investor präsentiert werden, und dies wird von Stunde zu Stunde unwahrscheinlicher.
Dem Vernehmen nach gibt es aber Interessenten für die Buchhandelskette Amadeus, unter anderem auch der Oberösterreichische Landesverlag. Allerdings, so heißt es, sei es in der kurzen Zeit nicht möglich, Amadeus rechtlich aus dem Libro-Konzern herauszulösen. Außerdem wird befürchtet, dass bei einem schnellen Verkauf nicht der für die Masse beste Preis erzielt werden kann.
Sollte der Donnerstags-Gipfel scheitern, sei relativ kurzfristig möglicherweise schon am Freitag mit einem Konkursantrag zu rechnen, heißt es aus Unternehmenskreisen. Spätestens werde man aber den Antrag beim Landesgericht Wiener Neustadt Anfang der kommenden Woche einbringen. Im Falle eines Konkurses leben jedenfalls die alten Forderungen aus dem Ausgleich wieder auf. Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) schätzt die Passiva auf zumindest 350 Mill. Euro, dazu kommen voraussichtlich noch Schadensersatzansprüche aus Mietverträgen.
Ein möglicher Investor müsste jedenfalls rund 50 Mill. Euro bei Libro einbringen, um die Ende Juni fällige dritte Ausgleichsquote von 11,4 Mill. Euro zu zahlen. Dazu kommen die fälligen Urlaubsgelder der Mitarbeiter und die Lieferanten. Als Interessent wurde wiederholt der oberösterreichische Papierhändler Anton Stahrlinger genannt, der bereits vor einem Jahr bei den Banken abgeblitzt war.

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