Springer Book Archives: 28.000 deutsche Titel online gestellt

Zum heute stattfindenden Deutschen Bibliothekarstag kann Springer mit einer Sensation aufwarten. Nachdem der Wissenschaftsverlag bereits 37.000 englisch-sprachige Titel seiner Verlagsgeschichte retrodigitaliisiert hat, schaltet Springer heute 28.000 seiner deutschen Titeln aus dem historischen Buchbestand als E-Books live.

Das neue historische Bucharchiv von Springer wird auf dem Deutschen Bibliothekartag in Leipzig vorgestellt. Sie sind Teil des Digitalisierungsprojekts Springer Book Archives (SBA), in dem Bücher bis zurück zur Verlagsgründung 1842 retrodigitalisiert werden. Die ersten 37.000 englischsprachigen Titel wurden bereits Ende Januar auf der amerikanischen Bibliothekarskonferenz ALA in Seattle der Öffentlichkeit vorgestellt. Somit sind bereits jetzt 65.000 Bücher von SBA auf SpringerLink verfügbar.

„Vergriffen gibt es nicht“, mit diesem Motto will der Wissenschaftsverlag in die Zukunft gehen. Bis zum Jahresende soll damit ein bislang einzigartiges Archiv mit etwa 100.000 historischen und wissenschaftlichen eBooks in englischer und deutscher Sprache komplett verfügbar sein. Wissenschaftler, Studenten und Bibliothekare können dann über die Online-Plattform SpringerLink (link.springer.com) auf den Volltext der Bücher ohne DRM (Digital Rights Management) zugreifen. Zudem sind nahezu alle Titel auch als POD-Titel gedruckt lieferbar.

Zu den renommierten Autoren, die bei Springer veröffentlicht haben, gehören hochkarätige Wissenschaftler und Nobelpreisträger wie Werner von Siemens, Hans Prinzhorn, Marie Curie und Max Born. „Sie werden mit ihren Publikationen unser historisches Online-Archiv SBA bereichern“, so Olga Chiarcos, Manager Springer Book Archives.

Chiarcos berichetet weiter: „Ein Projekt dieser Größenordnung und Komplexität, mit derart hohen Qualitätsansprüchen, erfordert in der Umsetzung extreme Sorgfalt beim Scannen und bei der Produktion der Titel. Um die Nutzung und Darstellung auf unterschiedlichen mobilen Geräten zu gewährleisten, mussten beschädigte Seiten ausgebessert, Kritzeleien entfernt und Abbildungen in hoch aufgelöste digitale Bilder verwandelt werden. Das Auffinden der Titel stellte eine besondere Herausforderung dar und Springer konnte dabei auf eine hervorragende Zusammenarbeit mit Bibliotheken und wissenschaftlichen Einrichtungen zählen.“

„Wir haben dieses wegweisende Vorhaben von Springer von Anfang an sehr gerne unterstützt. Die gemeinsame Aufgabe bestand darin, zig Tausende von Metadaten von Springer-Imprints zu ermitteln. Mehrere tausend Bücher wurden anschließend in unserem Frankfurter Haus digitalisiert. Diese Digitalisate sind nun auch im Langzeitarchiv der Deutschen Nationalbibliothek gespeichert, was die dauerhafte Verfügbarkeit der digitalen Objekte gewährleistet. Und nicht zuletzt unterstützt dieses Projekt auch langfristig den Schutz unserer zum Teil sehr wertvollen Originale“, erläutert Kurt Schneider, Abteilungsleiter Digitale Dienste, Deutsche Nationalbibliothek.

Die Anteile von englischen und deutschen Titeln halten sich im SBA-Archiv zu etwa gleichen Teilen die Waage. Es umfasst an die 50 verschiedene Imprints, ein Ausdruck für die gewachsene Verlagsgeschichte von Springer. Den größten Anteil an SBA-Titeln machen die wissenschaftlichen Publikationen aus. Zu den bekannten Fachbuchmarken gehören Imprints wie der traditionsreiche Technikverlag Vieweg (heute SpringerVieweg), das Wirtschaftsbuchprogramm Gabler (heute SpringerGabler), der amerikanische Computerbuch-Verlag Apress und die amerikanische Sachbuchmarke Copernicus.

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