Steht das größte Logistik-Projekt der Buchbranche vor dem Aus?

Wie erst jetzt bekannt wurde, sind die Bauarbeiten am neuen Logistikzentrum von KV/KNO in Erfurt direkt nach der Leipziger Buchmesse eingestellt worden. Der Grund sind angeblich die katastrophalen Zustände auf der Zufahrtsstrecke, von denen Oliver Voerster erst bei einem Abstecher zur Baustelle auf der Rückfahrt von Leipzig erfahren hat.

Das uns zugespielte Amateurvideo gibt nur einen ersten Eindruck von der verfahrenen Situation.

Dem Vernehmen nach hat KV/KNO bei der thüringischen Landesregierung sofort den Bau einer Umgehungsstrecke exklusiv für seinen Bücherwagendienst beantragt. Örtliche Beobachter geben dem aber wegen der anspannten Haushaltslage des Freistaates und der unterschiedlichen Verkehrspolitischen Konzepte, mit denen CDU und SPD in den bevorstehenden Bundestagswahlkampf gehen, wenig Chancen.

Inzwischen zieht der Vorgang weitere Kreise. Angeblich soll der neue Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn Experten der Landesregierung angefordert haben, die sein Verkehrsdezernat bei der Neuplanung der Verkehrsführung in der Stuttgarter Innenstadt unterstützen. Ziel ist es offenbar, den Hauptbahnhof mit Kreisverkehren von Typ „Erfurt“ zu umstellen und so die Deutsche Bahn AG ebenfalls zu einem Baustopp zu veranlassen.

Inzwischen hat das Thema auch den Börsenverein in Frankfurt am Main erreicht. Während der Vorsteher mit Verweis auf seine Spartenneutralität jede Stellungnahme ablehnte, war aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen in Tübingen zu erfahren, dass Alexander Skipis bereits eine Ad-hoc-Gruppe für Dienstag einberufen hat, um mögliche Auswirkungen auf die Kampagne „Vorsicht Buch!“ zu erörtern.

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