Stellungnahme von Suhrkamp zu Schirrmachers offenen Brief an Martin Walser:

Vor einer Woche hat Martin Walser die Arbeit am Manuskript seines neuen Romans Tod eines Kritikers abgeschlossen. Bereits vorher übergaben Autor und Verlag der FAZ eine unredigierte Fassung zur Prüfung eines Vorabdrucks. Fahnen liegen bis heute nicht vor.

Der Verlag verfährt in diesem Falle mit der üblichen professionellen Sorgfalt, die für die Verbreitung eines Buches Bedingung ist. Manuskripte oder Fahnen werden vor der Autorisierung durch den Autor nicht verschickt, von einem „Staatsgeheimnis“ kann keine Rede sein.

Die Vorwürfe, die Herr Schirrmacher gegen Martin Walser erhoben hat, wiegen schwer. Sie zu beurteilen ist ohne Kenntnis des Buches unmöglich. Verlag und Autor versuchen jetzt, das Buch dem Handel, den Leserinnen und Lesern und der Kritik rasch zur Verfügung zu stellen.

Es wäre der FAZ angemessener gewesen, die gewiss notwendige Diskussion um diesen neuen Roman dann zu eröffenen, wenn alle ihn in Händen halten können.

Günter Berg
Verlagsleitung Suhrkamp am 29.5.2002

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