Umfrage der Frankfurter Buchmesse: Digitalisierung ist die größte Herausforderung der Zukunft

Digitalisierung ist die größte Herausforderung für die Buch- und Medienbranche: Das hat eine breit angelegte Umfrage ergeben, die die Frankfurter Buchmesse durchgeführt hat. Die wachsende Globalisierung (24 Prozent), nutzergenerierte Inhalte (22 Prozent) und der ständige Kampf um die Gebietsrechte beim Lizenzhandel (13 Prozent) zählen zu den weiteren Herausforderungen für die Branche.

Insgesamt haben sich 1.324 Personen aus 86 Ländern an der Online-Umfrage beteiligt.
Die Befragten sehen die Konkurrenz durch andere Medien und Unterhaltungsangebote als größte Gefahr für die Branche an, obwohl die Zahl der veröffentlichten Bücher Jahr um Jahr steigt. 29 Prozent der Teilnehmer schätzen, dass in zehn Jahren der chinesische Markt die Branche dominieren wird. Auf die Frage nach dem zukünftigen Gesicht der Branche antworteten 11 Prozent der Teilnehmer, gedruckte Bücher seien wahrscheinlich in 50 Jahren veraltet. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Teilnehmer sagten voraus, der Buchladen werde aussterben.

„Es freut mich, dass die Themen, die wir in den Mittelpunkt der diesjährigen Buchmesse gestellt haben, sich auch für die internationale Branche als wichtig erweisen“, so Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. „Wir sehen die Frankfurter Buchmesse beim Übergang zu einer digitalisierten Buchbranche in einer Schlüsselrolle und verstehen die Messe als zentralen Handelsplatz für Inhalte, ob sie nun für digitale Plattformen oder für gedruckte Bücher bestimmt sind. Unsere Veranstaltungen zur Digitalisierung und zur Bildung sollen der Branche helfen, die anstehenden Herausforderungen zu meistern.“

Auf die Frage nach der momentan größten Gefahr für das Verlagswesen ergaben sich folgende Antworten:

1. Die Konkurrenz durch andere Medien und Unterhaltungsangebote (50 Prozent)
2. Die Überproduktion von Büchern (31 Prozent)
3. Die Zunahme und Verbreitung von Piraterie (23 Prozent)
4. Das Analphabetentum in den Entwicklungsländern und auch in Westeuropa (17 Prozent)

Einem Blick auf die Zukunft galt die Frage, ob bestimmte feste Bestandteile des heutigen Verlagswesens auch in 50 Jahren noch dazugehören würden. Die Mehrheit der Befragten konnte sich keine einschneidenden Umwälzungen vorstellen. Nur 4 Prozent sind der Ansicht, Verlage könnten bis dahin überholt sein. Ein etwas höherer Anteil (11 Prozent) meint, das gedruckte Buch könnte überholt sein, während 10,5 Prozent dies beim E-Book für möglich halten.

Lediglich für den Buchladen sprachen viele das Todesurteil aus. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Teilnehmer sagt voraus, dass es in 50 Jahren keine Buchläden mehr geben werde.

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