ver.di-Protesttag NRW / Gegen die Kürzung der Spätzulagen: „Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch“ / Kaufhof betroffen

Im nordrhein-westfälischen Einzelhandel wird einen Tag nach den Sondierungsgesprächen wieder gestreikt, auch in Berlin soll nächste Woche der Arbeitskampf verstärkt werden. In elf Kaufhäusern in Essen, Krefeld, Hagen und Mülheim hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) über 300 Beschäftigte zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, meldet die Gewerkschaft.

Gleichzeitig werden bundesweit im überwiegenden Teil der 120 Kaufhof-Standorte Betriebsversammlungen während der Arbeitszeit stattfinden, zu denen der Gesamtbetriebsrat des Unternehmens aufgerufen hat. Für die Zeit der Versammlungen sollen die Geschäfte geschlossen bleiben. „Mit dem Protesttag wollen die Beschäftigten im Einzelhandel ein klares Signal an die Arbeitgeber senden, die sich zur gleichen Zeit in Berlin zu einem Koordinierungsgespräch treffen“, sagte die ver.di-Verhandlungsführerin in NRW, Lieselotte Hinz.

Nach mittlerweile viermonatigen Tarifauseinandersetzungen hatte sich die Arbeitgeberseite bei den gestrigen Sondierungsverhandlungen noch nicht zu Verhandlungen bereit erklärt. Die Geduld der insgesamt 2,6 Millionen Verkäuferinnen und Verkäufer neige sich dem Ende zu, sagte Hinz. Die Beschäftigten brauchten Geld im Portmonee. Die von den Arbeitgebern durchgesetzte Verlängerung der Ladenöffnungszeiten könne man nicht allen Ernstes von den Angestellten durch die Wegnahme von vereinbarten Zuschlägen bezahlen lassen.

„Hier gilt das Prinzip `Wer die Musik bestellt, der bezahlt auch`“, sagte Hinz. Nach den gestrigen Sondierungsgesprächen hatte ver.di eine Fortsetzung der Tarifverhandlungen angebioten. Die Arbeitgeberseite will erst heute nach einem bundesweiten Koordinierungstreffen entscheiden, ob sie die Verhandlungen für die 400.000 Einzelhandelsbeschäftigten in NRW fortsetzen will.

„Mit dem Willen zum Kompromiss können wir einen Abschluss schaffen, der für beide Seiten erträglich ist“, sagte die Gewerkschafterin. ver.di sei bereit, „ein Arbeitzeitmodell zu verhandeln, dass sowohl den in der Branche mehrheitlich beschäftigten Frauen als auch den Unternehmen mehr Flexibilität, aber auch Planbarkeit bringt.“

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