Weltbild sortiert Schwulen-Literatur aus

Sadomaso ja, Schwule nein? Weltbild, Deutschlands zweitgrößter Buchversender, zuletzt in den Schlagzeilen mit ziemlich unchristlichen Sex-Titeln, produziert neue Headlines: Jetzt hat der katholischen Bischöfen gehörende Versender einen Schwulenverlag aus dem Programm geworfen, berichten Stern und Spiegel.

„Wer sich beim Buchversender Weltbild auf die Suche nach ‚schwulen Liebesgeschichten’ macht, bekommt eine vielsagende Nachricht. ‚Ihre Suche nach schwulen Liebesgeschichten ergab keine Ergebnisse’, meldet das System. ‚Wir zeigen Ihnen die Ergebnisse zu Schulen Liebesgeschichten.’ So berichtet heute der Stern. Robert Christofle, der Verleger der Icon Empire Press in Kanada, hat neuerdings auch einen deutschsprachigen Titel im Sortiment: Schwule Liebesgeschichten aus aller Welt, der der Stein des Anstoßes ist. Allerdings ist das nicht Pornographie, wohl nicht mal Erotik, sondern nur eine Sammlung „harmlos-schnulziger Kurzgeschichten, Romantik“, schätzt der Stern ein.

Das Blog und Nachrichtenportal www.queer.de wittert dagegen eine „Säuberungsaktion“. Weltbild gegenüber dem Spiegel: „Wir bedauern es, wenn durch unsere Auswahl ein falscher Eindruck entsteht“, erklärte die Augsburger Verlagsgruppe. Und bittet um Verständnis, „dass wir uns wie andere Buchhändler auch vorbehalten, einzelne Titel und Verlage aus unterschiedlichsten Gründen nicht zu führen“.

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