Wie die Buchhandlung Roth einen Betriebsausflug unternahm und eine „Ersatzmannschaft“ den Laden schmiss…

Was macht eine Buchhandlung, wenn die Mitarbeiterinnen mit ihrer Chefin einen Betriebsausflug unternehmen wollen, das Geschäft für die Kunden aber geöffnet bleiben soll? Barbara Roth, Inhaberin der gleichnamigen Buchhandlung in Offenburg, hatte eine pfiffige Idee: Warum sollten nicht diejenigen, deren Werke Tag für Tag über die Ladentheke gehen, einen Tag lang selbst den Laden schmeißen?

Hochkarätige „Ersatz“mannschaft für Buchhandlung Roth
Foto: Badische Zeitung

Elf Autorinnen und Autoren waren rasch gefunden – und die Begeisterung bei der schreibenden Zunft war überwältigend: Astrid Fritz, Eva Klingler, Jutta Bissinger, Rita Hampp, Benedict Wells, Bernd Leix, Johannes Schweikle, Karl-Heinz Ott und Pierre Kretz sowie Daniel Kampa, Verleger von Hoffmann und Campe, und Dr. Karl-Heinz Fallbacher, Marketing- und Vertriebsleiter bei Reclam, reisten am Vorabend gut gelaunt an und ließen sich von Barbara Roth und dem Rothen Team mit den wichtigsten Aufgaben in einer Buchhandlung vertraut machen. Nach der Einführung tauschte man sich beim gemeinsamen Abendessen aus. Und schon bald wurde spürbar: Es machte den Schreibtischtätern richtig Spaß, die Kollegen kennenzulernen. Der Blick über den Schreibtischrand ist anregend.

Die Buchhandelsmannschaft besucht Arte – die Autoren schmeißen derweil den Laden

Am Montagmorgen traten die „Buchhändler für einen Tag“ pünktlich um 9 Uhr ihren Dienst an – während Barbara Roth mit ihrer Belegschaft in Straßburg zuerst den Fernsehsender Arte und dann auf den Spuren der Exil-Literaten die Elsassmetropole erkundete. 20 Jahre Firmenübernahme müssen schließlich gebührend gefeiert werden.

Und die Autorinnen und Autoren? „Wunderschöne Buchhandlung, tolle Kunden, super Team“ so Rita Hampp. Johannes Schweikle ergänzt „höchst aufschlussreich, die Welt der Bücher einen Tag lang aus der Perspektive des Buchhändlers zu betrachten. Meine Hochachtung für das, was das Team übers Jahr leistet.“
Ja, die Autorinnen und Autoren machten ihre Sache ausgezeichnet.

Schnell traten die unterschiedlichen Vorlieben der Schriftsteller zutage. Die einen schätzten die Nähe zu den Kunden und übertrafen sich mit spannenden Buchempfehlungen, andere betreuten das Telefon, recherchierten oder gaben die Bestellungen am Computer ein. Und alle elf hatten jede Menge Spaß am Verkaufen der Bücher – und zwar nicht nur ihrer eigenen!

Am Abend konnten sich die Hilfsbuchhändler zwar kaum noch auf den Beinen halten: Ein Tag in der Buchhandlung ist etwas anderes als ein Tag am Schreibtisch. Und doch fiel die Resonanz durchweg positiv aus: Es gab viele neue Impulse und Erfahrungen – und auch die Kunden waren ausgesprochen angetan.

Der nächste Betriebsausflug kann kommen.

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