Franz Dobler an der Spitze der KrimiZeit-Bestenliste November – hier zum Ausdrucken

An der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste November 2016 finden Sie
neu auf Platz 1: Schlag ins Gesicht von Franz Dobler.

„Schön radikal“ – so urteilte Thomas Wörtche 2014 über Franz Doblers (*1959) ersten Roman über den Münchner Kriminalpolizisten Robert Fallner, dem der junge Intensivtäter Maarouf nicht aus dem Kopf gehen will, weil er ihn erschießen musste. Doblers Ein Bulle im Zug wurde von der Jury der KrimiZEIT-Bestenliste unter die zehn besten Romane des Jahres 2014 gewählt. Jetzt, in der Romanzeit nur wenige Monate, in der Realität zwei Jahre später, ist Fallner auf eigenen Wunsch aus der Polizei ausgeschieden, und lange Zeit war seine Therapeutin die einzige Frau, mit der er sprach. Sein Bruder, erfolgreicher Ex-Bulle, hat ihn als „Spezialisten für große Probleme“ in seine Privatdetektei geholt. Und Fallner verfällt in romantische Liebe zu Simone Thomas, der gealterten Hauptdarstellerin der „Satansmädels von Titting“ und erlöst sie nebenbei von dem Stalker, der ihr das Leben zur Hölle gemacht hat.Doblers literarisches Verfahren ist ebenso schlicht wie reizvoll. Um die Helix einer ausreichend verzwirbelten, aber einfachen Handlung reichert er Fleisch, Knochen und Seele an: das riesige Assoziationsfeld Noir-Kriminalroman-Film-Musik. So mixt er – in einem einer vielen Berufe ist Dobler DJ – nicht einen, sondern tausende Romane in einen – und schließt ihn elegant ab als dritte gültige Version des Stoffes „Liebe und alternde Schönheit“. Seine Vorläufer: Billy Wilders Sunset Boulevard und Ken Bruens London Boulevard.
„Sein Sound ist manchmal aggressiv, manchmal zermürbt, aber immer ganz eigen. Und wenn es Löcher in der dünnen Handlung gibt: na und? Die gibt es im Leben auch. Dobler schreibt Kriminalromane wie kein Zweiter in Deutschland.“ (Marcus Müntefering, Spiegel online)

krimizeit_bestenliste_november_2016-kopie
Durch Klick auf die Liste zum Download

Neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste November finden Sie weitere drei Titel. Insgesamt sind es diesmal 2 deutsche und 2 australische.  Mit zusammen 1402 Seiten. Neu sind dabei:

Auf Platz 4: Die Schuld vergangener Tage von Peter Temple

Dass der 1946 in Südafrika geborene und in der Nähe von Melbourne lebende Peter Temple ein großartiger Kriminalschriftsteller ist, weiß sein deutsches Publikum spätestens seit 2007, als sein in Australien als bester Roman und als bester Kriminalroman ausgezeichneter Titel Kalter August erschien. Erstaunlicherweise erst jetzt erscheint mit Die Schuld vergangener Tage einer seiner frühen Romane, in dem er von der ersten Zeile an seine Leser mit einem lakonischen, vibrierenden Stil fesselt. Faszinierend interpretiert er den seit der römischen Antike erprobten Gegensatz von ländlicher Ruhe, einfacher Arbeit und moralischer Stärke zur intriganten Hektik städtischer Gemeinheit. Mac, ehemaliger Drogenfahnder, wird aus seiner friedlichen Schmiedearbeit gerissen, als der Selbstmord eines väterlichen Freundes sich als Mord herausstellt und er tief in den Morast aus Kindesmisshandlung, Missbrauch und Polizeikorruption eintauchen muss, um seinen und den Ruf des Verstorbenen zu retten.
„Bei Temple könnte die Konkurrenz lernen (…). Der Roman ist nicht gealtert, man kann einem Frühvollendeten bei der Arbeit zu sehen.“ (Hannes Hintermeier, FAZ)

Auf Platz 5: Der Unfall in der Rue Bisson von Matthias Wittekindt

„Fleurville“, der von Matthias Wittekindt (*1958) in nun schon vier Kriminalromanen weiter und weiter gesponnene Ort nahe der deutschen Grenze, ist völlig normal. Hier durchbricht nichts Besonderes den Alltag. Auch ein tödlicher Autounfall im nächtlichen Regen nicht. Auch nicht der Tod eines Freundes. Nur seine Clique trauert. Sie haben sich zuvor gestritten, und nun fragt sich jeder – und auch der empfindsame Lieutenant Ohayon – wieviel und ob er/sie überhaupt Schuld daran hat. Matthias Wittekindt ist ein stiller Meister. Er geht mit seinen Kriminalromanen dorthin, wo der Alltag seine feinen Risse zeigt.
„Man sitzt in diesem Buch wie in einem Auto, das im Zwielicht durch Starkregen fährt.“ (Elmar Krekeler, Die WELT)

Auf Platz 9: Eden von Candice Fox

Es ist etwas verwirrend: Der erste Band von Candice‘ Fox  Eden-Trilogie mit dem Titel Hades erzählte zu einem großen Teil von Eden und ihrem Bruder Eric, die von dem Gangsterkönig Hades auf einer Müllkippe großgezogen wurden. Der zweite Band mit dem Titel Eden handelt hingegen zu einem großen Teil davon, wie Hades zum Gangsterkönig wurde. Denn Frank Bennett, Edens Partner bei der Polizei von Sydney, soll für Hades herausfinden, was aus dessen Jugendliebe geworden ist. Sie ist vor Jahren verschollen – wie jetzt auch drei junge Frauen, deren Verschwinden Eden und Bennett ebenfalls untersuchen. Eden steigt dazu undercover in einer Hippie&Drogen-Farm ein und riskiert zwischen Bikern, Vergewaltigern und eifersüchtigen Weibern ihr Leben.
„Sie erzählt so wild und kreativ, dass es eine Freude ist! Candice Fox ist eines der interessantesten Talente der Spannungsliteratur weltweit.“ (Ulrich Noller, Funkhaus Europa)

Unsere Dauerchampions: Zum vierten Mal steht Patrícia Melo mit Trügerisches Licht auf der KrimiZEIT-Bestenliste. Zum dritten Mal sind Friedrich Ani mit Nackter Mann, der brennt und Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini mit Die Nacht von Rom dabei.

Die KrimiZEIT-Bestenliste November wird am 3.11.2016 in der Wochenzeitung DIE ZEIT, auf ZEITonline unter www.zeit.de/krimizeit-bestenliste und im Nordwestradio veröffentlicht, am Donnerstag, den 6.10.2016 gegen 9.20 live mit Tobias Gohlis und in den Sendungen der „Buchpiloten“.

Die aktuelle KrimiZEIT-Bestenliste finden Sie hier als Download.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.