Die Auseinandersetzung mit Gewalt, Verlust und Verschweigen verbindet Ulrike Almut Sandig mit dem Namensgeber Erich-Loest-Preis 2021 der Medienstiftung geht an Ulrike Almut Sandig

Ulrike Almut Sandig © Villa Concordia / Michael Aust

Ulrike Almut Sandig wird mit dem Erich-Loest-Preis 2021 ausgezeichnet. Der von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig im Andenken an den 2013 verstorbenen Leipziger Schriftsteller und Ehrenbürger Erich Loest ins Leben gerufene Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird zum dritten Mal verliehen. Die Preisverleihung findet am 24. Februar 2021, dem Geburtstag Loests, im Mediencampus Villa Ida in Leipzig statt. Die Laudatio hält Andreas Montag, Ressortleiter Kultur der Mitteldeutschen Zeitung.

Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung, würdigt die Entscheidung der Jury und die neue Preisträgerin: „Ulrike Almut Sandig hat sich nicht nur mit ihrer Lyrik einen Namen gemacht – nun hat sie mit Monster wie wir ihren ersten Roman vorgelegt und greift in ihm ein vielfach verschwiegenes und doch omnipräsentes gesellschaftliches Thema auf. Die Auseinandersetzung mit Gewalt, Verlust und Verschweigen verbindet Ulrike Almut Sandig mit dem Namensgeber unseres Preises Erich Loest, dem unvergessenen, langjährigen Freund und Förderer der Stiftungen der Sparkasse Leipzig. Ich gratuliere der
Jury zu dieser ausgezeichneten Wahl!“

„Mit Monster wie wir hat Ulrike Almut Sandig eine fulminante, literarisch anspruchsvolle Auseinandersetzung mit dem brisanten, über den Tag hinausweisenden Thema des Missbrauchs und sexualisierter Gewalt in der Familie vorgelegt“, so die Jury in ihrer Begründung der Preisvergabe an Sandig. „Ulrike Almut Sandig erhält den Erich-Loest-Preis jedoch ausdrücklich nicht nur für ihr kraftvolles Roman-Debüt, sondern zugleich für ihr gesamtes, schon gewichtiges und bisher überwiegend von Lyrik geprägtes Werk“, erklärt Hartwig Hochstein, Vorsitzender der Jury und ehemaliger Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung.

Ulrike Almut Sandig, 1979 geboren und aufgewachsen im sächsischen Nauwalde, lebt mit ihrer Familie in Berlin. Ihre ersten literarischen Texte veröffentlichte sie als „augenpost“ auf Plakaten und Gratispostkarten in Straßen und Cafés. Sandigs erste Gedichtbände Zunder (2005) und Streumen (2007) erschienen in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung Peter Hinke in Leipzig. Im Frankfurter Verlag Schöffling & Co. folgten die Erzählbände Flamingos (2010) und Buch gegen das Verschwinden (2015) sowie die Gedichtbände Dickicht (2011) und Ich bin ein Feld voller Raps verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt (2016).

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