… das Team von Galiani: Von 0 auf 23 ohne Werbung

Schöner Erfolg: Florian Ringwald, Enikö Bedö, Esther Kormann, Vanessa Briese (v.l.n.r.)

„Das hatten wir noch nie“, freut sich Florian Ringwald (Presse bei Galiani, Foto links): „Praktisch zum Erscheinen, nach mäßigem Vorverkauf, ganz ohne Werbung, ohne Fernsehen und nach Erscheinen nur einer Rezension springt ein nicht anspruchsloses Buch eines unbekannten Autoren aus dem Stand auf Platz 23 der SPIEGEL-Bestsellerliste: Bruno Preisendörfers ‚Als Deutschland noch nicht Deutschland war‘.“

Verlag und Autor sind „bass erstaunt“: „Offensichtlich überzeugen der originelle Zugang (Zeitreise), die Detailfülle (der Autor hat genau recherchiert) und die erzählerische Kunstfertigkeit des Buches (der Autor ist auch Romanschriftsteller) – und irgendwie trifft es wohl einen Nerv“, versucht Ringwald den unerwarteten Erfolg zu erklären.

Von Bruno Preisendörfer mit auf die Reise genommen, erleben wir, wie es in der Goethezeit wirklich war. So war beispielsweise eine Kutschfahrt von Stadt zu Stadt keine vergnügliche Spazierfahrt, sondern stets ein Wagnis, das mit zahlreichen Strapazen verbunden war: Reisende waren ihren Kutschern quasi ausgeliefert und nicht selten ereigneten sich Unfälle, auch mit tödlichem Ausgang.

Und in den Städten selbst ging es ebenfalls weit weniger idyllisch zu, als man sich das so gemeinhin vorstellt: Räder und beschlagene Hufe erzeugten auf den gepflasterten Straßen einen höllischen Lärm, und wer sich die Ohren zuhielt, der hatte keine Hand mehr frei, um sich die Nase zu verschließen – der Gestank von Fäkalien und mit Fischtran betriebenen Straßenleuchten muss überwältigend gewesen sein. „Goethezeit war Chaoszeit“, schreibt Bruno Preisendörfer, und wer Als Deutschland noch nicht Deutschland war liest, erfährt sie geradezu körperlich.

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