Bücher heute in den Feuilletons – und mehr: Zum 50. „Dienstjubiläum“ von MRR und einer neuen Kinderbuchautorin: Franziska van Almsick

Frankfurter Rundschau

Heute erst meldet die FR die im Mai bei Axel Dielmann gestartete Reihe „Wissenschaftsromane“. Der BILD am Sonntag hat Franziska van Almsick verraten, dass sie auch ein Kinderbuch geschrieben habe. Es handle, wie überraschend, von Kindern und Wasser.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Siegfried Lenz erinnert sich: „Vor genau fünfzig Jahren suchte Marcel Reich-Ranicki mich in Hamburg auf und entschloss sich spontan: ‚Ich bleibe.’“ Wie wir wissen, war das nicht nur so dahergesagt.

Das gibt es: Literarische Texte mit Chemnitz-Bezug. Wolfgang Emmerich und Bernd Leistner haben sie gesammelt und im Verlag Heimatland Sachsen unter dem Titel „Literarisches Chemnitz“ herausgegeben. Günter Gentsch hat sich das Leben der Lady Mary Montagu vorgenommen und daraus (bei Ulrike Helmer) das Buch „Roulette des Lebens“ gemacht. Elmar Schenkel rezensiert.

Annotationen
Muriel Barbery „Die Eleganz des Igels“ (dtv) und Steffen Kubitscheck „Wörterbuch Deutsch – Karriere“ (Engelsdorfer Verlag). Trotz Kürze eine Watsche: „Je mehr man von diesem Quatsch liest, desto mehr bekommt man den Verdacht, der Autor, angeblich ein ‚anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Arbeitsgestaltung in Unternehmen’, sei auch so einer von diesen Comedians, die ohne Sinn und Verstand draufloswitzeln – aus Angst, dass sonst nichts aus ihnen wird.“

Aufbau-Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Salus hat der FAZ ein Interview zu seinen Bemühungen und zur Einigung mit Bernd F. Lunkewitz gegeben: „Mit unserer Vereinbarung stellen Herr Lunkewitz und ich sicher, dass wir gemeinsam veräußern, so dass der Käufer in jedem Fall die Rechte und Vermögenswerte des Aufbau-Verlages erhält.“

Eine ganze Seite ist neuen Sachbüchern gewidmet: Eberhard Rathgeb schreibt über Hans Haid „Weg der Schafe. Die jahrtausendealte Hirtenkultur zwischen Südtirol und dem Öztal“ (Tyrolia) und Bernhard Dressler über die Habermas-Religionsdiskussion „Ein Bewußtsein von dem, was fehlt“ (Suhrkamp), Joseph Hanimann schreibt über „N’oublie pas de vivre. Goethe et la tradition des exercices spirituels“ (Albin Michel).

Die Welt

Auch die WELT erinnert an das 50jährige von MRR mit der überschätzenden Überschrift: Der Tag, der die Literaturkritik veränderte.

Süddeutsche Zeitung

Thomas Steinfeld schreibt über das Phänomen Henning Mankell: „Die Politik kennt nur Interessen, der Journalismus nur den Verrat, Henning Mankell aber kennt nur die Moral.“ Naja.

Ausführlich gewürdigt wird der 70. Geburtstag des Verlegers und Romanautors Hermann Schulz [mehr…], der lange Jahre als Mitarbeiter von Johannes Rau in einem kleinen evangelischen Verlag arbeitete, den er schließlich selbst übernahm und in Peter Hammer Verlag umbenannte.

Klaus Biegert schreibt einen Nachruf auf dem Schriftsteller und Zeichner Richard Erdoes, der mit 96 Jahren starb. Auf dem deutschen Buchmarkt ist er (von vergessenen Ausgaben der 60er und 70er Jahre einmal abgesehen) immer noch unbekannt.

Der Spitzelskandal [mehr…] geht weiter: Das rumänische Kulturinstitut hat zwei Securitate-Mitglieder nach Berlin eingeladen, obwohl ihre Vergangenheit bekannt ist.

Ausführlich besprochen wird (von Mario Scheuermann) Sybille Bedfords „Weinprobe in Bordeaux“ (SchirmerGraf). Kristina Maidt-Zinke rezensiert die Erinnerungen von Gertrud Fussenegger unter dem Titel „So gut ich es konnte“ (Langen Müller), und Damian Dombrowski schreibt über „Sankt Peter in Rom 1506-2000“ (Hirmer).

„Immer mehr Verlage verramschen ihre Backlist“ – damit greift Oliver Herwig ein Branchenthema auf, das uns immer mehr beschäftigt. „Immer mehr Verlage setzen auf die schnelle Nummer und drehen am Rad der Neuerscheinungen. Sie haben sich in Buchentwerter verwandelt.“

Unvermeidlich das Thema Buchclubs: Caspar Busse berichtet unter der Überschrift „Buchclub light“, dass Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski nur einen Teil der schwächelnden Direct Group verkauft.

Neue Zürcher Zeitung

Makarand Paranjape stellt den hierzulande wenig bekannten Commenwealth Writers Prize vor, der zwar bescheiden dotiert, aber trotzdem immens wichtig ist.

Schott Music hat die Korrespondenz von Carl Orff und Ferdinand Leitner herausgegeben. Andres Briner rezensiert.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.