Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – alle Bücher aus der ZEIT, und Uli Wickert darf was nicht wiederholen

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Das freut auch uns: Ina Hartwig lobt die Wahl von Monika Schoeller (BuchMarkt 12/08) zur Verlegerin des Jahres, auch wenn sie die Jury fragt „Jetzt erst?“

Dazu: „Zögern wird bestraft“ überschreibt Jan Söfjer, was er zu Benedict Wells Debüt Becks letzter Sommer sagt: „Beeindruckend“ ( Diogenes) … und Batya Gur wird vom ZDF verfilmt

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gina Hartwig registriert: Die „autobiographische Unglücksliteratur ist in der Krise“ – sie meint England … Und „Eine Nonne schrieb das Buch der Stunde“ – in Frankreich: Jürg Altwegg beschreibt, „warum Frankreich seinen Literaturstars die kalte Schulter zeigt“.

„Zum Kaffe beim Fetisch“: Felix Johannes Krömer schreibt über eine „aufschlussreiche Korrespondenz, den Briefwechsel aus den Jahren 1946 bis 1973 zwischen Margret Boveri und Ernst Jünger, die sich im Leben nur einmal begegnet sind (Landtverlag)

„Herdplatte kaputt:“ Gerhard Schulz lobt die Erzählungen Schwarz und ohne alles „ein kleines Kunstwerk“, wie Gabriele Wohmann sich die Kratzer des Alltags“ anschaut“

In Kürze: „König von Traumtata“: Die Prosa des Malerpoeten Johannes Schenk in der Sammlung Der Schiffskopf und andere Prosa „knüpft robustes Seemannsgarn aus mondsüchtigen Träumen, Märchen und zirzensischen Kunststücken“ (Wallstein)

Die Welt

Bücher sind heute Fehlanzeige, wir warten auf die „Literarische Welt „ (kommt immer Samstags, nur Uli Wickert hat dort das Wort „Gier“ jemanden sagen lassen, das darf er nicht mehr behaupten.

Süddeutsche Zeitung

Das große Thema heißt heute „Grundgesetz und Oberlehrer“, Thomas Steinfeld ist überzeugt: „Die deutsche Sprache braucht die Verfassung nicht“.

„Zum Glück geht nichts mehr“: SZ-Filmexperte Fritz Göttler schreibt über den Abschluss der Frida Grafe-Gesamtausgabe im Berliner Verlag Brinkmann & Bose, „eine editorische Leistung“.

„Die Welt als Groß-Tschad“: Alexander Kissler beschreibt Klaus Ungerers Roman Alles über die Welt: ein „moralisches Lexikon“

Ein Alphabet natürlicher Formen“ meint den Fotoband Edward Weston´s Book of Nudes“ (Schirmer/Mosel),

SZ-Autor Robert Jacobi hat bei Frederkig & Thaler Amerika der Länge nach bereist
und
„Dadurch wird der Gegenstand erst schön“: Andreas Dorschel schreibt, „der Philosoph Christoph Menke versucht sich in Kraft an einer Rehabilitierung dieses Begriffes in der Ästhetik“ (Suhrkamp).

NZZ

„Gerechtigkeit ohne Recht?“ Otfried Höffe hat die Studie des emeritiereten Professors für Soziologie der Uni Leipzig gelesen – Günter Dux: Warum denn Gerechtigkeit? Die Logik des Kapitals. Die Politik im Widerstreit mit der Ökonomie (Velbrück Wissenschaft).

Tilman Urbach bespricht unter der Überschrift „Blick in Stalins Hölle“ den neuen Roman von Martin Amis, Haus der Begegnungen (Hanser).

DIE ZEIT

Viel Suhrkamp heute in der Zeit: „Kluges Kapital“ heißt der Aufmacher des Literaturteils von Andreas Isenschmidt. Es geht um das „drei DVDs von zusammen fast zehn Stunden Länge verschlingende Werk“ von Alexander Kluge, Nachrichten aus der ideologischen Antike. Marx – Eisenstein – Das Kapital, erschienen in der neu gegründeten Filmedition des Suhrkamp Verlages. Kluge hat mit diesen „vier durchaus wagnerianischen Abenden“ versucht, ein Projekt des Regisseurs Sergei Eisenstein fortzuführen. Der hatte am 30. November 1929, sechs Tage nach dem Börsenzusammenbruch des Black Friday, James Joyce in Paris getroffen und plante, „Das Kapital“ von Karl Marx nach dem literarischen Verfahren des Ullysses zu verfilmen.

Belletristik: Henrik Feindt betrachtet ein „Schriftstellerleben mit Sorgen“, die Briefe und Tagebücher des Ehepaars Arno und Alice Schmidt.
Zum einen: Arno Schmidt: Briefwechsel mit Kollegen, herausgegeben von Gregor Strick in der Arno Schmidt Stiftung im Suhrkamp Verlag – da wundert sich der Rezensent vor allem darüber, dass der Solitär Arno Schmidt überhaupt so viele Briefwechsel zu Stande gebracht hat, dass es zu einem Buch gereicht hat, denn die meisten habe er wohl vergrollt, darunter Heinrich Böll, Hermann Hesse und Peter Rühmkorf.
Zum anderen: Alice Schmidt: Tagebuch aus dem Jahr 1955, herausgegeben von Susanne Fischer, im selben Verlag. „Wiederum ist es das Zeugnis der gesellschaftlich marginalisierten Existenz eines von schriftstellerischer Arbeit nur dürftig lebenden Ehepaars. Und wiederum ist es das Dokument einer unverbrüchlich erscheinenden
Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, deren Produktivität den bisweilen bedrückenswerten Zuständen abgerungen wird.“

Iris Radisch betrachtet die Wirtschaftskrise als Stunde der Literatur und empfiehlt Leben, ein von Brigitte Landes
herausgegebenes Lesebuch, erschienen bei Suhrkamp und aus demselben Verlag Uwe Tellkamps Turm.

Das Gedicht im „Kaleidoskop“ stammt in dieser Woche von John Linthicum und ist seinem Band Amerikanische Nacht, erschienen bei Grupello, entnommen. „Zur Erinnerung an John Linthicum, den amerikanischen Dichter, der in den achtziger und neunziger Jahren in Düsseldorf lebte, die Literaturszene des Rheinlands inspirierte und seine Gedichte schließlich auch auf Deutsch schrieb. Am 6. April dieses Jahres starb er in Tuscon/Arizona; am 2. Dezember wäre er 60 Jahre alt geworden.“

Eine Kurzempfehlung wird ausgesprochen für Milena Jesenska: Alles ist Leben. Feuilletons und Reportagen 1919-1939, erschienen im Verlag Neue Kritik.

Und kein gutes Wort, welch Überraschung, lässt Ursula März an Ildikó von Kürthys Schwerelos, erschienen bei Wunderlich. Wobei die Rezensentin immerhin bemerkt, dass die „Konsumenten von U-Literatur (…) auch nicht ganz blöd“ seien.

Sachbuch: „Wenn ein Wunsch in Arbeit geht“ – Ludger Lütkehaus hat zwei Traumbücher von Philosphen gelesen:
Petra Gehring: Traum und Wirklichkeit (Campus)
Christoph Türcke: Philosophie des Traums (C.H. Beck)

Empfohlen wird mit wenigen Worten ein hochpreisiges Faksimile: Der Blaue Reiter bei Prestel (490 Euro).

Und im Feuilleton gerät Klaus Harprecht ins Schwärmen über Peter Sloterdijks Theorie der Nachriegszeiten (edition suhrkamp), „dessen bengalisch blitzende Thesen ohne Übertreibung eine Sensation genannt werden dürfen“.

Politisches Buch: Als „überaus lohnende, akribische, monumentale Biografie“ lobt Gunter Hofmann den zweiten Teil von Hartmut Soells Betrachtungen über Helmut Schmidt. Macht und Verantwortung. 1969 bis heute, erschienen in der DVA. Dazu wird der Bildband Helmut Schmidt – fotografiert von Jupp Darchinger, im Dietz Verlag herausgegeben von Dieter Dowe und Michael Schneider, empfohlen: „Für alle Schmidt-Kenner das maximale Weihnachtsgeschenk“. Das dritte Schmidt-Buch im Reigen: Pragmatisches Handeln zu sittlichen Zwecken.
Helmut Schmidt und die Philosophie
von Henning Albrecht, erschienen in der Edition Temmen.

Außerdem eine Kurzempfehlung zu Friedrich Nicolai & die Berliner Aufklärung, herausgegeben von Rainer Falk und Alexander Kosenina im Wehrhahn Verlag.

Im Reiseteil erwähnt:
Steve Bloom: Lebendiges Afrika (National Geographic Deutschland)
Gabriele Habinger (Hg.): Ida Pfeiffer. Wir leben nach Matrosenweise (Promedia)
Bernd Fischer: Die Farben der Tropen. Garten Eden am Äquator (Bucher)
Thomas Widmer: Zu Fuss 2. 52 neue Schweizer Wanderungen (Echtzeit)
National Geographic: Spirallo Reiseführer New York
Herber Hötte (Hg.): 99 x Erlebnis Museum. Der Museumsführer für Familien und Kinder in der Metropolregion Hamburg (Dölling und Galitz)
sowie die Faltpläne von Archimaps.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.