Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – mit viel Lob für Nobelpreisträger Paul Krugman

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Zur diesjährigen Buchmesse wird die Feuilleton-Redaktion ab morgen eine eigene „Zeitung zur Buchmesse“ herausgeben. Sie wird bis einschließlich Sonntag täglich in einer Auflage von 35.000 Exemplaren erscheinen. Das kostenlose Blatt ist auf dem Messegelände, am Flughafen, am hauptbahnhof und in einigen Frankfurter Hotels zu haben. Für alle, die die Printausgabe verpasst haben, wird es die Zeitung auch online unter www.faz.net/buchmesse geben.

Unter „Was uns arm gemacht hat“ schreibt Frank Schirrmacher über den diesjährigen Nobelpreisträger für Wirtschaft Paul Krugman [mehr…]. In ihm sieht er den „Blogger einer neuen moralischen Wirtschaftsordnung.“

Jürgen Kaube schlägt unter „Die Vorurteile der Nationen“ in eine ähnliche Kerbe und lobt die Entscheidung des Komitees : „Der Nobelpreis geht insofern auch an den Nachweis, dass es keinen Zusammenhang von Popularität und Volksverdummung gibt.“

„Schöne Literatur in diesem Herbst“ stellt Oliver Jungen „Der Provinz verschrieben“ vor. Darunter u.a. die Ilias-Neufassung von Raoul Schrott, die für ihn eine „fulminante Sprachexplosion“ ist.

Den neuen Sachbüchern in diesem Herbst widmet sich Helmut Mayer. In „Unter Erfolgszwang“ kommentiert er Friedrich Merz´ Mehr Kapitalismus wagen mit den Worten: „Zuversicht gilt es bei ihm daraus zu schöpfen, dass die Marktwirtschaft aus sich selbst heraus sozial wird, wenn man sie nur hinreichend gewähren lässt“. Dafür stärkeFranz Müntefering mit Macht Politik! dem Sozialstaat den Rücken.

Morgen erscheint darüberhinaus zur Buchmesse eine Literaturbeilage, die auf 36 Seiten die wichtigsten Neuerscheinungen vorstellt.

Bereits heute startet allerdings der englische Verleger Richard Charkin seinen Buchmessen-Blog auf www.faz.net: Darüber schreibt Hannes Hintermeier unter „Belletristik kommt mir zu den Ohren heraus.“

Unter „Spaßguerrilla im Sudetenland“ schreibt Marius Meller über die Autorin Emma Braslavsky: „Sie hat in kurzer Folge zwei ausgereifte Romane veröffentlicht, die erstaunliches handwerkliches Können verraten und von der Poesie des Ausdrucks getragen werden.“

Frankfurter Rundschau

Auch die Frankfurter Rundschau lobt den Nobelpreisträger für Wirtschaft Paul Krugman: Unter „Nobelpreis für Bush-Kritiker“ blickt Mario Müller auf dessen Anfänge zurück: „Mit einem nur zehn Seiten umfassenden Artikel gelang es dem Wunderkind 1979, eine neue Theorie des weltweiten Warenaustauschs zu begründen.“

Heute liegt der Rundschau auch wieder die Literatur Rundschau bei. Darin u.a.:

Zwei Seiten – „Kleiner Mann, was nun?“ – von Ina Hartwig zu Marlene Streeruwitz´ Roman Kreuzungen, in dem es um die körperlichen, seelischen und erotischen Folgen des spekulativen Reichtums geht: „Ein Geniestreich.“

Oliver Pfohlmann rezensiert auf der folgenden Seite den Roman Geister von Thomas von Steinaecker. „Keine Frage: Die viel beschworene Hürde des ‚zweiten‘ Buches – Thomas von Steinaecker hat sie gläanzend gemeistert.“

Martin Krumbholz schreibt über Mario Levis Roman Istanbul war ein Märchen. Für ihn ein Jahrhundertroman mit grandios langen Atem.

Süddeutsche Zeitung

Als „Dresdner Triumph“ beschreibt die Süddeutsche den Deutschen Buchpreis für Uwe Tellkamps Der Turm.

Auf der Literatur-Seite geht es um einen bisher unbekannten Brief des Romanisten Erich Auerbach aus dem türkischen Exil.

Neue Zürcher Zeitung

Relativ klein gehalten wird die Nachricht über den Gewinner des Deutschen Buchpreises 2008. Uwe Tellkamp wurde für seinen Roman Der Turm ausgezeichnet, unter den weiteren fünf Finalisten befindet sich der Schweizer Rolf Lappert.

Als Lesezeichen findet Volker Brauns Schichtbuch des Flick von Lauchhammer Erwähnung. Martin Krumbholz lobt die Kunstfertigkeit dieses Prosastücks, vermisst aber eine gewisse Leichtigkeit. Es rieche nach Arbeit in dieser Prosa.

In der Edition Epoca erscheint das neunte Werk von P.G. Wodehouse. Aus diesem Grund führte Thomas Hermann ein Werkstattgespräch mit dem Übersetzer Thomas Schlachter. Dieser gesteht, er benötige mehrere Überarbeitungsschritte und könne manche Stellen trotz Wörterbüchern nicht entziffern. Wodehouse habe eine so unverwechselbare Spielart der Farce perfektioniert, dass alle folgenden Bücher nur noch Variationen enthalten können.

Paul Jandl hat Christian Hallers Im Park gelesen und offenbar hat es ihm gefallen. Die Muster des Lebens werden hier deutlich, die so fern erscheinen und doch so nah seien.

Die Welt

Uwe Wittstock stellt fest, dass der Krimi bei der Frankfurter Buchmesse 2008 so präsent wie nie sei. Bei der Gesamtproduktion deutscher Verlage belaufe sich der Anteil der Krimis auf über 25 Prozent.

Wie der Rest der Buchbranche schaut auch Hendrik Werner auf das E-Book und seine Zukunft. Auch er zeichnet die Horrorvisionen von schrumpfenden Verlagen und schwindenden Buchhandlungen nach, die schon etliche vor ihm aufzählten. Und auch Werner prophezeit einen drastischen Paradigmenwechsel von Literatur und Ästhetik.

Tilmann Krause verweist da schon ehrlicher darauf, dass die Frankfurter Buchmesse jedes Jahr Diskussionen über die Zukunft des Buches zum Gegenstand habe. In diesem Jahr sei eben das E-Book ausschlaggebend. Krause sieht die Gefahr darin, dass das Buch seine Position als immaterieller Kulturträger verliere. Um dem entgegen zu treten, stimmt Krause dem Vorschlag von Bundespräsident Norbert Lammert zu, der anmerkte, Bibliotheken würden nicht wie andere Kultureinrichtungen behandelt, da sie an Sonn- und Feiertagen nicht öffnen dürften. Dies seien jedoch die Tage, an denen die Menschen Zeit zum Lesen hätten. Somit erklärt Krause, solle man an diesen Stellen das Lesen unterstützen.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.