Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Amos Oz kriegt den Heinrich-Heine-Preis

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

„Schreien verboten“: Unter diesem Titel rezensiert Arno Widman DAS Buch deutscher Gedichte: Der große Conrady (Artemis & Winkler), das es in einer Neuauflage und als Hör-Conrady (21 CDs bei Patmos) gibt. Und das war es auch schon.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wirtschaftsbücher
Eugen Wendler Friedrich List – Das nationale System der politischen Ökonomie (Nomos) – Horst Dohm rezensiert das neuaufgelegte Werk des Vordenkers der sozialen Marktwirtschaft.

„Umgang mit Unerwartetem“ heißt Philip Krohns Rezension von Nassim Talebs Der Schwarze Schwan (Hanser) – ein Buch, das mehr ist als ein Wirtschaftstitel, aber auch keine Bettlektüre.

Zum Heine-Preis-Geeire (wir erinnern das Düsseldorfer Gezacker um Peter Handke) ein Kommentar, aber diesmal ging ja alles glatt – Amoz Oz ist der neue Preisträger.

Martin Halter rezensiert Hansjörg Schertenleibs Roman Das Regenorchester (Aufbau) – sein persönlichstes, aber nicht bestes Buch, findet der Rezensent.

In Hölderlin Reparatur (Berlin) konfrontiere Gerhard Falkner den Dichter mit unserer Computersprachwelt, meint Walter Hinck. Klingt spannend.

Annotationen
Alexander Kosenina Literarische Anthropologie (Akademie Verlag) und Kim Hoon Schwertgesang (Edition Delta).

Alexander Cammann berichtet unter „Ins Licht“ über die neue Wieland-Ausgabe von de Gruyter – bis 2019 sollen es 36 Bände werden.

In Prag wurden neue Teile von Heinrich Manns Nachlaß entdeckt – Manuskripte und Briefe,

Neue Sachbücher
„Gesänge, Gerüche, Gewänder“ übertitelt Eckhard Nordhofen Hans Maiers Die Kirchen und die Künste (Schnell + Steiner).

Patrick Bahners rezensiert Wolfgang Wills Veni, vidi, vici. Caesar und die Kunst der Selbstdarstellung (Primus).

Noch eine Werkausgabe: die von Albert Salomon ist gerade im VS Verlag für Sozialwissenschaften) gestartet.

Süddeutsche Zeitung

„Ein Chauffeur zwischen den Welten“, so stelle Klaus Theweleit Jimmy Hendrix in dem gleichnamigen Rowohlt-Buch dar. Dabei schreibe Theweleit nicht, sondern „schwärmt, phantasiert, deliriert, ist so ein Liebender, ein hemmungslos Ergriffener, aber ganz kann er den Wissenschaftlicher nicht verleugnen“, so Willi Winkler.

Unter „Der Trank der vollkommenen Entfremdung“ geht es um die Erfahrung der Emigration von Czeslaw Milosz, die er in seinem Buch Visionen an der Buch von San Francisco. Amerikanische Essays bei Suhrkamp beschreibt.

„Im Bann der Vielfalt“ ist einer grundsätzliche Betrachtung über die Edition Unseld gewidmet, die Michael Hagner an drei Beispielen vornimmt. So rezensiert er die Titel
Sandra Mitchell: Komplexitäten. Warum wir erst anfangen, die Welt zuverstehen
Robert B. Laufglin: Das Verbrechen der Vernunft
Dietmar Dath: Maschinenwinter. Wissen, Technik Sozialismus}, alle Suhrkamp.
An ihnen sei erkennbar, dass „wir unsere Zukunft viel mehr in der Hand haben, als es uns ein technologischer oder ökonomischer Determinismus suggeriert. Genau das ist der Gegenstand eine intellektuellen Wissenschaft“, so Hagner.

„Lieber arbeitslos im Westen, als das große Los im Osten“, so falle in Peter Ensikats Lexikon Populäre DDR-Irrtümer (be.bra) nach fast 20 Jahren Einheit der Blick zurück ohne Ostalgie aus.

„Rassismus und Gewalt“ ist die Rezension über das Einführungsbuch Das Dritte Reich herausgegeben von Dietmar Süss und Winfried Süss (Pantheon]) überschrieben.

Die Welt

Online: Die besten Bücher des Jahres

Neue Zürcher Zeitung

Fünf Seiten sind heute der Literatur und Kunst gewidmet.

„Es ist noch auszuhalten“ In Roddy Doyles Roman Paula Spencer (Hanser) renne gleichnamige nicht mehr gegen Türen. „’Sentimaentaler Scheiss einer Alkoholikerin?’ Nein gar nicht , dieses Sentiment ist nicht sentimental“, so Friedhelm Rthjen.

Unter „Faust und Co.“ findet Thomas Laux, dass das neue Buch des Franzosen Ariel Denis Der Sechzigste bei Atrium einiges der Erzählhaltung seines ersten Buches vermissen lasse.

„Leiden und Loslassen“, ist das Thema in Kirsten Fuchs Roman Heile. Heile über das Leben der 30-jährigen bei Rowohlt Berlin.

Unter „Tränen der Schönheit und Verzweiflung“ berichtet Leopold Federmair ganzseitig, warum Klassiker Die Geschichte vom Prinzen Genji die Menschen immer bewegt und Shakespearsches Format hat.

„Träume eines Tuwa“ ist eine Rezension zum Roman meines Lebens von Galsan Tschinag (Insel) überschrieben.

„Mao,’dreißig Prozent negativ’“: Die Bilderchronik China. Portrait eines Landes aus der Sicht von 88 chinesischen Fotografen im Taschen Verlag zeige, was China an Aufarbeitung des roten Terrors noch zu leisten hätte.

Weiter asiatisch geht es unter „‚Frühlings-Errwachen’ auf Japanisch“ zu, vorgestellt wird Mond übern Dachfirst, den zweiten Erzählungsband von Higuchi Ichiyo, erschienen bei Manesse.

Die Überschrift „’Das strengste Urteil wider mein irdisches Leben’“, zitiert aus dem Briefwechsel von 1925 bis 1935 zwischen dem großen Theologen Karl Barth und Charlotte von Kirschbaum, die sich außerehelich gegenseitig inspirierten und deren Korrespondenz nun bei Theologischer Verlag Zürich veröffentlicht ist.

Ein weiterer christlicher Gesprächsband wird unter „Sündenböcke“ berücksichtigt, in diesem Fall zwischen René Girard und Gianni Vattimo mit dem Titel Christentum und Relativismus, erschienen bei Herder.

„Sitzt Gott in der Hölle der Einsamkeit?“: Der Theologe Othmar Keel stellt auf einer Zeitungsseite einige verschiedene Modelle vor, die das Göttliche vorstellbar zu machen versuchen.

Zahlreiche Titel über Afroamerikaner im Spiegel der Literatur zählt Thomas Leuchtenmüller in seinem Beitrag „Die Seelen der Schwarzen“ auf. Er glaubt, dass der Aufstieg Obamas das Interesse an schwarzer Literatur weiter anschwellen lassen werde.

Nachgetragen sei das Interview mit Roberto Saviano in der NZZ vom Wochenende, das Sie hier nachlesen können.

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