Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und „brauchen wir in Zeiten des E-Books noch Verleger?“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Harry Nutt schildert auf zwei Seiten die Karriere Norbert Leitholds. Dessen Buch Graf Goertz. Der große Unbekannte Osburg ist von der Liste für den Preis der Leipziger Messe genommen worden [mehr…]. Nicht nur seine Vergangenheit als Pornoproduzent, sondern auch sein Buch 2040 werden ihm vorgeworfen.

Hanser hat in Der Koffer meines Vaters Essays und kleine Aufsätze Orhan Pamuks zusammengetragen. Während er es sich Jörg Plath zufolge in mancher Hinsicht zu leicht macht, sind die Beiträge zu seinen eigenen Büchern eine Fundgrube für ihn.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Ein solider gebauter Roman ohne Geheimnis“ ist Andreas Schäfers Wir vier (Dumont) für Anja Hirsch.

„Familientreffen liefern stets gute Anlässe für Psychodramen, wenn nicht sogar für Horrorgeschichten“, weiß Gisa Funck in ihrer Rezension von Bernd Lichtenbergs Debüt Kolonie der Nomaden, Rowohlt.

„Stoff genug für weitere hitzige Debatten über Religion und Wissenschaft“ biete Nicholas Wades The Faith Instinct. How Religion Evolved and Why it Endures, Penguin

Jan Zalsiewicz. Die Erde nach uns. Der Mensch als Fossil der fernen Zukunft, Spektrum Akademischer Verlag

Hannes Hintermeier behauptet: „Ob man ein Buch verlegen will, ist nicht die Frage, sondern ob es sich verkaufen lässt“, und wirft einen Blick auf die Veränderungen der Branche.

Bücher in der Literaturbeilage
Jan Faktor: Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des Heiligen Hodensack-Bimbams von Prag, Kiepenheuer & Witsch.

Clemens Meyer: Gewalten, S. Fischer

Hans Joachim Schädlich: Kokoschkins Reise, Rowohlt

Maximilian Steinbeis: Pascolini, Aufbau

Harriet Köhler: Und dann diese Stille, Kiepenheuer & Witsch

Patti Smith: Just Kids. Die Geschichte einer Freundschaft, Kiepenheuer & Witsch

Christoph Poschenrieder: Die Welt ist im Kopf, Diogenes

Georg Klein: Roman unserer Kindheit, Rowohlt

Juan Gabriel Vásquez: Die Informanten, Schöffling & Co.

Ernst Osterkamp: Poesie der leeren Mitte. Stefan Georges Neues Reich, Edition Akzente

Catherine Millet: Eifersucht, Hanser

Michal Witkowski: Queen Barbara, Suhrkamp

Hörbuch: Hermann Broch: Die Schlafwandler, Der Hörverlag

Aleksandra Machowiak, Daniel Mizielinski: Treppe, Fenster, Klo, Moritz

John Green: Margos Spuren, Hanser

Kinderbücher
Rachel Ward, Numbers – Den tod im Blick, Chicken House, ab 14

Kirsten Boie: Ringel, Rangel, Rosen, Oetinger, ab 12

Kveta Pacovská: Eins, fünf, viele, Michael Neugebauer Edition, ab 3

Andreas Schendel: Virág oder Wenn die Welt verrutscht, Bloomsbury Berlin, ab 12

Javier Sáez Castán: Das Animalarium von Professor Revillod, Bajazzo

Sachbücher
Gerlinde Unverzagt: Eltern an die Macht! Warum wir es besser wissen als Lehrer, Erzieher und Psychologen, Ullstein

Erik Orsenna: Die Zukunft des Wassers, C. H. Beck

Dietrich Schulze-Marmeling: Barça oder: Die Kunst des schönen Spiels, Verlag Die Werkstatt

Arnold Esch: Wahre Geschichten aus dem Mittelalter. Kleine Schicksale selbst erzählt in Scheiben an den Papst, C. H. Beck

Henrik Jäger: Den Menschen gerecht. Ein Menzius-Lesebuch, Amann

Sieglinde Geisel: Nur im Weltall ist es wirklich still. Vom Lärm und der Sehnsucht nach Stille, Galiani

Mischa Meier/Steffen Patzold: August 410 – Ein Kampf um Rom, Klett-Cotta

Robert Skidelsky: Die Rückkehr des Meisters. Keynes für das 21. Jahrhundert, Antje Kunstmann

Lamya Kaddor: Muslimisch, weiblich, deutsch! Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam, C. H. Beck

Richard Wrangham: Feuer fangen. Wie uns das Kochen zum Menschen machte – eine neue Theorie der menschlichen Evolution, DVA

Sarah Blaffer Hrdy: Mütter und andere. Wie die Evolution uns zu sozialen Wesen gemacht hat, Berlin

Paul Ludwig Landsberg: Die Erfahrung des Todes, Matthes & Seitz

Luca Giuliani: Ein Geschenk für den Kaiser. Das Geheimnis des großen Kameo, C. H. Beck

Cees W. de Jong, Alston W. Purvis, Jan Tholenaar (Hgg.): A Visual History of Typefaces and Graphic Styles Vol. 2, Taschen

Politische Bücher
John W. Boyer: Karl Lueger (1814-1910), Böhlau

Ingo von Münch: Frau komm! Die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen 1944/45, Ares

Petra Weber: Gescheiterte Sozialpartnerschaft – Gefährdete Republik?, Oldenbourg

Marc Lindemann: Unter Beschuss. Warum Deutschland in Afghanistan scheitert, Econ

Gunter Hofmann: Richard von Weizsäcker, C. H. Beck

Friedbert Pflüger: Richard von Weizsäcker, DVA

Hermann Rudolph: Richard von Weizsäcker, Rowohlt

Helmut Schmidt/Fritz Stern: Unser Jahrhundert. Ein Gespräch, C. H. Beck

Süddeutsche Zeitung

Zum Auftakt der Buchmesse in Leipzig fordern Günter Grass und andere Autoren die Ächtung des Plagiats und formulieren die „Leipziger Erklärung“, damit habe sich auch der Verband deutscher Schriftsteller (VS) der Gewerkschaft Ver.di angeschlossen.

Den „Tauchgang nach der Schmähschrift“ machte Víctor Farías nachdem er eine Biografie gegen den chilenischen Ex-Präsidenten Salvator Allende verfasst hatte. Gegen die will die Madrider „Stiftung Präsident Allende“ nun gerichtlich wegen übler Nachrede vorgehen. Doch dem in Berlin beheimateten Autor kann ein entsprechender Bescheid nicht zugestellt werden, denn er ist „nicht lokalisierbar“. Jetzt soll ihm in Abwesenheit der Prozess gemacht werden.

„Kurze Lehrgänge, lange Märsche“ ist ein Portrait über György Dalos überschrieben, der in heute Leipzig den Preis zur Europäischen Verständigung bekommt. Der sagt von sich „Bin unzufrieden und damit zufrieden. Bin keine typische Dissidentenfigur“.

„Es geht nicht, aber es geht“ ist ein Nachruf „zum Tod des versoffenen Genies Ernst Herhaus“ überschrieben.

Der deutsch-italienische Übersetzerpreis geht an Bice Rinaldi.

Auch Sibylle Lewitscharoff ist auch für das Urheberrecht und gegen Plagiate, wie sie in einem Interview betont.

„Das kommt in den besten Familien vor“ und das schon im dritten Buch. Das hat gerade Justine Lévy unter dem Titel Schlechte Tochter bei Kunstmann veröffentlicht.

Die Welt

„Grass und die Spitzel“: Noch mal Günter Grass. Der fordert nicht nur die Freigabe der Stasi-Akten, sondern will auch wissen, was der BND über ihn gesammelt hat. Grass war doch in der braven Abteilung SPD, warum sollte er also haben?, fragt Eckhard Fuhr im Kommentar.

„20000 Arbeitstage für das gedruckte Wort“: Deutschlands älteste und aktive Buchhändlerin hört auf. Einen Tag vor der Auslieferung des iPads und so kurz vor dem Beginn der Leipziger Buchmesse gibt die 88-jährige Buchhändlerin Gerda Brechner in Kassel Wilhelmshöhe ihren 50 qm-Laden auf. Das sei ein Menetekel zum Auftakt der Messe, so Uwe Wittstock. Die schöne Geschichte über ein Stück lebendige Buchhandelsgeschichte können Sie hier lesen

„Brauchen wir in Zeiten des E-Books überhaupt noch Verleger?“, hat die Zeitung verschiedene Verleger und Lektoren gefragt, unter anderem Georg Reuchlin, Vittorio Klostermann, Damiela Seel, Ulrich Störiko-Blume, Thomas Sparr und Detlef Felken. Die Antwort: „Ja, denn als kritische Leser, global vernetzte Lizenzhändler, ausgefuchste Marketingstrategen oder akkurate Honorarbuchhalter sind sie unersetzlich…“. Sparr verrät übrigens, welches wichtige Buch zum Thema im Hernst bei Suhrkamp kommt: Lanier You are not a Gadget.

Financial Times Deutschland

Die Metro zerlegt sich selbst, heißt es auf der Titelseite. Demnach stehen Real und Kaufhof zur Disposition und mit letzterem verlieren die letzten Laufkunden-Magneten in der Innenstadt an Wirkung.

Bertrelsmann lauert auf die EMI-Rechte und will nach dem Ausstieg bei Sony und einem Bekenntnis, dort sein nichts mehr zu holen, nun wieder in die Musikindustrie.

Die USA pumpen Milliarden ins Web und bauen die Breitbandnetze aus.

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