Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und der erste Praxistest des Online-Kindler

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Anfang September wird die neue Auflage von Kindlers Literatur Lexkon ausgeliefert, die Online-Variante ist schon jetzt bei einigen Buchhändlern einzusehen: Jörg Plath ist angetan, bedauert allerdings, dass keine Möglichkeit besteht, bisherige Suchen zu speichern. Und: Online-Versionen lassen keine Kommentare, Bemerkungen etc. des Benutzers zu. Das vermisst er.

„Dunkle Gesellschaftspanoramen“ sind Michael Connellys Krimis, findet Sylvia Staude. Bei Heyne ist nun der neueste Band mit dem Ermittler Hieronymus Bosch erschienen, Echo Park heißt er.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Politische Bücher:
Akribisch sei Robert Gellatelys Untersuchung Lenin, Stalin und Hitler. Drei Diktatoren, die Europa in den Abgrund führten (Lübbe) zwar, lasse aber einen Strukturvergleich vermissen, der notwendig gewesen wäre, findet Jürgen Elvert.

Allzu widersprüchlich findet Werner Link Thomas Darnstädts Arbeit Der globale Polizeistaat. Terrorangst, Sicherheitswahn und das Ende unserer Freiheiten in der DVA.

Mechthild Küpper hat zwei Titel über Die Linke gelesen. Wirklich überzeugt hat sie keiner.
Harald Bergsdorf: Fakten statt Legenden. Argumentationshilfen gegen „Die Linke“ Lafontaines und Gysis, Bouvier
Hubertus Knabe: Honneckers Erben. Die Wahrheit über die Linke, Propyläen

„Spannend geschrieben“ findet Rainer Blasius das Portrait Claus Schenk Graf von Stauffenbergs von Ulrich Schlie: Es lebe das heilige Deutschland. Ein TAg im Leben des Clas Schenk Graf von Stauffenberg bei Herder.

2,4 Millionen Vertriebene haben in NRW Aufnahme gefunden. Winfried Halder und Michael Serrer (Hg.) widmen diesen einen Band: Der weite Weg gen Westen. Geflohen – vertrieben – angekommen an Rhein und Ruhr bei Ferdinand Schöningh.

Joaquín Sorolla: 1863-1923 – Der Katalog zur Ausstellung im Prado in Madrid ist in englischer und spanischer Sprache erhältlich.

„Eine große Leistung“ ist für Sabine Brandt die Arbeit von Ines Geipel Zensiert, verschwiegen, vergessen. Autorinnen in Ostdeutschland 1945-1989 bei Patmos.

Einen Blick in amerikanische Zeitschriften wirft Jordan Mejias: Die aktuellen Ausgaben von The Atlantic, Commentary, The American Prospect, Mother Jones und Lapham‘s quarterly bieten „Anleitungen zur Reparatur der Welt und zum Beenden aller Kriege“. Na, dann ist ja bald wieder alles gut.

Die Welt

„Das Erbe der Druiden“ wird vor allem in der Esoterikszene hochgehalten. Warum, versucht jetzt eine Schau in Bern zu klären. Und die Bücher
> Die Druiden von Bernhard Maier bei C.H.Beck und
> Druiden. Weisheit der Kelten von Jean-Louis Brunaux bei Klett-Cotta

Süddeutsche Zeitung

Rolf-Joachim Erler hat den Briefwechsel. Band I: 1925 bis 1935 des Theologen Karl Barth mit seiner Geliebten Charlotte von Kirschbaum herausgegeben (Theologischer Verlag Zürich). Friedrich Wilhelm Graf findet, „die gut kommentierten Briefe führen in ferne, versunkene protestantische Lebenswelten“.

Kristina Maidt-Zinke bespricht Karin Reschkes Buch Kalter Hund, ein stark autobiografisch geprägter Roman über die Jugend in den Fünfzigern, erschienen bei Weissbooks. „Aber alles wird nur knapp umrissen und wie auf Sparflamme erzählt, Milieu und Figuren bleiben allzu skizzenhaft“, schreibt Maidt-Zinke.

„So modern und so östlich zugleich“: Markus Bauer erzählt in In Rumänien. Auf den Spuren einer europäischen Verwandtschaft von der Zeitgeschichte des Landes (Transit Buchverlag). Lothar Müller meint, das Buch sei eine kompakte Einführung in die noch heiße Zeitgeschichte Rumäniens zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert.

Tilman Spengler versucht in Sind Sie öfter hier? Von der Kunst, ein kluges Gespräch zu führen dem Leser Konversationshilfen zu übermitteln (Ullstein). Tobias Lehmkuhl rezensiert und ist nicht überzeugt: „Das eigentliche Thema wird kaum je direkt ins Auge gefasst, und häufig geht der Blick daran vorbei.“

Neue Zürcher Zeitung

„Nach der grossen Spielzeugzeit“: Esther Kinskys Romanerstling Sommerfrische bei Matthes & Seitz beschreibt einen unbekannten Flecken auf der Karte Osteuropas.

Unter „Wenn Wetter tröstet“ geht es um die vielfältig auslegbaren Gedichte des chinesischen Autors Bei Dao in Buch der Niederlage, die er im Exil schrieb und die im Verlag Carl Hanser erschienen.

„Das Ereignis des Gedichts“: Peter von Matts Wörterleuchten. Kleine Deutungen deutscher Gedichte führt in die „Lektüren deutscher Lyrik“ bei Carl-Hanser-Verlag ein.

„Rösselsprünge zur Architekturtheorie“: Unter dem Label FORuM Project erscheint eine ambitionierte Schriftenreihe, die es unternimmt, „das Leben der Formen in Architektur und städtischer Welt zu erforschen“. Erschienen sind
> Svetlana Boym: Architecture of the Off-Modern.
> Pier Vittorio Aureli: The Project of Autonomy. Politics and Architecture Within and Against Capitalism
> Sven-Olov Wallenstein: Biopolitics and the Emergence of Modern Architecture
> Jules Romains: Donogoo Tonka or The Miracles of Science alle Princeton Architectural Press

In Kürze wird besprochen unter:
> „Ethik ohne Ende“: Detlef Horster, Ethik, Philipp-Reclam-Verlag
> „Körper total“: Waltraud Posch: Projekt Körper. Wie der Kult um die Schönheit unser Leben prägt, Campus-Verlag
> „Die Frankfurter im Exil“: Eva-Maria Ziege: Antisemitismus und Gesellschaftstheorie. Die Frankfurter Schule im amerikanischen Exil, Suhrkamp-Verlag

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