Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und der neueste Harry Potter-Film

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Warlam Schalamow hat 17 Jahre Lager in Sibirien überlebt und hat „den Schrecken der Lager Stalins ungebremst in die russische Literatur getragen.“ Bei Matthes & Seitz ist nun Über Prosa, ein Band mit Essays und Briefen erschienen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Thomas von Steinaecker sieht „die völlige soziale Irrelevanz von Literatur“ aufziehen. „Die Geschichte des Kapitalismus und des modernen Romans gehören zusammen“, ist er überzeugt und glaubt, die Krise werde auch im Literaturbetrieb zu Neubesinnung und nachhaltiger Veränderung führen. Im September erscheint in der Frankfurter Verlagsanstalt sein dritter Roman Schutzgebiet.

Maler, Aktionskünstler und Kolumnist Sebastian Horsley hat seine „unautorisierte Biografie“ herausgegeben: Dandy in der Unterwelt ist bei Blumenbar erschienen.

Joan Roughgarden hält die Theorie der sexuellen Auslese Darwins für falsch und ersetzt sie durch eine Theorie der „kooperativen sozialen Auslese“, nachzulesen in The Genial Gene. Deconstructing Darwinian Selfishness in der University of California Press.

Ilja Trojanow erhält den mit 25.000 Euro dotierten Würth-Preis für Europäische Literatur.

Kritik in Kürze:

Beate Söntgen/Geraldine Spiekermann (Hg.): Tränen, Wilhelm Fink

Daniel Grinsted: Die Reise zum Mond. Zur Faszinationsgeschichte eines medienkulturellen Phänomens zwischen Realität und Fiktion, Logos Verlag

Süddeutsche Zeitung

Gemeldet wird, dass die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt fünf neue Mitglieder aufgenommen hat. Es sind die Münchener Übersetzerin Elisabeth Edl, Schriftsteller Reinhard Jirgl, der amerikanische Germanist David E. Wellbery, sein polnischer Kollege Leszek Zylinski und der ungarische Essayist László F. Földényi. Damit stieg die Zahl der Mitglieder auf 184.

„Ein Arbeiterjunge drängt nach vorn“: In seinem Buch The last Champions. The Life of Fred Perry erzählt John Henderson bei Yellow Jersey Press nicht nur vom Leben des letzten englischen Tennis-Champions Perry, sondern auch von einem Mann der auf dem Platz die Mode geprägt hat.

„Die Verzweiflung der Lässigen in einer Welt infantiler Grausamkeit“, so beschreibt Thomas Elsässer die Traumfabrik in Hollywood heute. Geschichte, Gender, und Nation im postklassischen Kino im Bertz und Fischer Verlag.

„Kater Haohao und die Kojoten“: Der chinesische Autor Li Daweis hat mit Love, Revolution und wie Kater Haohao nach Hollywood kam einen grotesken Roman über die Generation ’89 in China geschrieben, auf Deutsch bei Knaus.

Besprochen wird ein Aufsatz von Eberhard Jüngel über die „Wirkungsmacht von Abwesenheit“, der unter Wirkung durch Entzug bei Mohr Siebeck im Internationalen Jahrbuch für Hermeneutik Bd. 7 zu finden ist. Dabei geht es um den „Jesus-Entzug“.

Außerdem fand gestern in München eine Tagung zu Calvins 500. Geburtstag statt.

Die Welt

Die Bayerische Staatsbibliothek zeigt Arbeiten Sempés.

Neue Zürcher Zeitung

„Rabenschwarz“ sind Claire Castillons Liebesbisse. Rabenschwarze Erzählungen über Männer und Frauen bei Piper wirklich, findet Georg Renöckl. Dabei funkeln sie aber, meint er und bedauert die schlechte Übersetzung.

Was früher der Brief- ist heute der Mailwechsel. Bei Suhrkamp hat Jürg Laederach Mails zusammengetragen, dier er zwischen Februar 2002 und Juli 2007 an Michel Mettler geschickt hat. „In hohem Tempo geschrieben, aus der unmittelbaren Situation heraus, ohne Seitenblick auf eine mögliche Publikation, aber mit einem Sprachfuror, einem Witz und einer Genauigkeit, die selbst die beiläufigste Einlassung zum Lesevergnüngen macht“, kommentiert Martin Zingg.

Benjamin Markovits` Roman Manhattan Love Story (Insel) besteht aus „vielen kleinen Erzählungen, die untereinander verbunden sind“. „Lesenswert“, findet Tilman Urbach.

Die Edition der Tagebücher von Papst Johannes XXIII. ist abgeschlossen, für den „die Kirche kein zur Selbstinszenierung, sondern eine objektive Grösse, nach deren Vorgaben er den Fortschritt im geistlichen Leben erstrebte“, war. Victor Conzemius charakterisiert ihn so in seiner Besprechung der zehnbändigen Ausgabe. Zuletzt erschienen sind die Bände: Edizione Nazionale dei Diari di Angelo Giuseppe Roncalli / Giovanni XXIII.: Vol. 2: La mia vita in Oriente, Vol. 5/2: Anni di Francia. Agende del Nunzio. 1949–1953 und Vol. 6/2: Pace e vangelo. Agende del patriarca. 1953–1955 und 1956–1958, alle beim Ist. Scienze Religiose, Bologna.

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