Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und der Umzug des Hauses Unseld

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Überall auf dem Titel: Fast-Ex-Wirtschaftsminister Glos, der augenscheinlich auszurechnen vergaß, bis wann sein – hm, nunja – Amt geht, sonst könnt er ja jetzt nicht aus Altersgründen hinschmeißen… Die schönste Überschrift zu Mr. Folgenlos in FTD: „Glos setzt sich zum ersten Mal durch“. Spricht unter diesen Umständen nicht alles dafür, das Amt einfach unbesetzt zu lassen?

Frankfurter Rundschau

Maxim Billers verbotener Roman Esra soll auf die Bühne: nämlich in Hamburg in der Kampnagel-Fabrik.

Reich-Ranicki versteht, dass Suhrkamp nach Berlin will, hat er Ulla Berkéwicz wissen lassen. Na, wenn das keine Nachricht ist!

Die Welt

„Der Umzug des Hauses Unseld“: Uwe Wittstock kommentiert den Anteil- und Machtpoker hinter den Kulissen. Und meint: „Ist der Umzugsbeschluss juristisch also noch nicht in trockenen Tüchern? Vermutlich nicht.“ Und: „Keiner der wichtigen und erfolgreichen Verlage des Landes hat dort (in Berlin – d. Red.) bislang mehr als eine Dependance gegründet und alles scheinen gut damit zu fahren.“

Tilman Krause erklärt uns, was es mit Nicolai-Haus, der neuen Residenz von Suhrkamp, auf sich hat.

Jetzt schreibt Tilman Jens auch noch ein Buch über die Demenz seines Vaters. Darin soll es auch um die NSDAP-Mitgliedschaft von Walter Jens gehen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Neue Wirtschaftsbücher
Hermann Sautter Für eine bessere Globalisierung (R. Brockhaus) und Hanno Pahl Das Geld in der modernen Wirtschaft – Marx und Luhmann im Vergleich (Campus).

„Die Berliner Brüderstraße wartet auf Suhrkamp“, berichtet Marcus Jauer. und fvl fragt, was denn eigentlich passieren würde, wenn weitere Verlage in Frankfurt mit Umzug drohten.

Andrea Diener rezensiert Stefan Beuse Alles was du siehst (C.H. Beck).

Michael Krüger kümmert sich um Heringe. Bibliophil (und mit nur 999 Exemplaren) bei der Katzengraben-Presse von Christian Ewald.

Annotationen
Hermanns Schlachten (Aisthesis Verlag) und Irina Brezna Die beste aller Welten (edition ebersbach).

Süddeutsche Zeitung

Und auch hier geht es um den Suhrkamp-Umzug. Der in Frankfurt lebende Schriftsteller Martin Mosebach kommentiert die Ereignisse und fragt, ob „Frankfurt es wert sei, dass sich bedeutende Verlage in seinen Mauern niederlassen“. Er findet, „wenn der Suhrkamp-Verlag spätestens zwei Jahre nach seinem Wegzug in Frankfurt nicht so vergessen sein sollte, als habe es das Haus an der Lindenstraße nie gegeben, dann wäre Suhrkamp zurecht umgezogen“. Allerdings empfiehlt er, den Berlin-Umzug noch einmal zu überdenken.

Burkhard Müller rezensiert Oliver Maria Schmitts Buch Der beste Roman aller Zeiten, erschienen bei Rowohlt. Er findet den Roman zwar „kraftvoll“ und „komisch“, wie der Umschlagdeckel ankündigt, aber nicht „verstörend“, „weil das Buch als Buch auf seiner Vorgabe der festen, großen Form besteht, von der die komische Kraft mit ihren kurzen getakteten Wirkungen und stark improvisatorischen Anteil nicht gefasst werden kann.“

Dieter Richter bespricht das neue Buch Das Gegenteil von Tod (bei Hanser) von Roberto Saviano. Der Autor von Gomorrha „hat anrührende und todtraurige Erzählungen aus einem fremden Land geschrieben, das sich im permanenten Kriegszustand befindet“.

Der Hamburger Unternehmer und Kunstsammler Harald Falckenberg hat die „Fundus“-Reihe der Europäischen Verlagsanstalt erworben, in der kunsttheoretische Texte von Goethe bis Hans Belting erscheinen. Außerdem hat Peter Gente, Gründer und Hauptgesellschafter des Merve Verlags, seine Anteile treuhändlerisch an Falckenberg übertragen.

Weitere Rezensionen zum politischen Buch:
Helmut Kühne über den Briefwechsel von Helmut Gollwitzer und Eva Bildt in Ich will Dir schnell sagen, dass ich lebe, Liebster (C.H. Beck).
Gaby Mayr über Daoud Haris Der Übersetzer – Leben und Streben in Dafur, ein Bericht über das Morden im Dafur im Karl Blessing Verlag erschienen.

Der Spiegel

Google und das Urheberrecht – seit Wochen ein Dauerthema. Und ist wieder der Sprang alles schuld [mehr…]? Nö, natürlich nicht. Er erklärt, was da eigentlich gespielt wird, und dafür lässt ihm der Spiegel auch seine Berufsbezeichnung „Justitiar“ in alter Orthographie. Ein Artikel von Philipp Oehmke auf S. 116f.

Und Volker Hage rezensiert Daniel Glattauer Alle sieben Wellen (Deuticke).

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.